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Maulbronn -  06.10.2022
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Wie geht es mit der Maulbronner Deponie weiter?

Maulbronn. Die Rekultivierung des Maulbronner Steinbruchs Lauster in Form einer DK1-Deponie hat die Bürgerschaft in den vergangenen Monaten nachhaltig beschäftigt. Vor wenigen Wochen hatten die Projektgegner ihre Meinung kundgetan (die PZ berichtete), kurz vor dem Bürgerentscheid am Sonntag (siehe Infokasten) hat jetzt auch die auf solche Deponien spezialisierte Firma Fischer Weilheim reagiert, um noch einmal auf die wesentlichen Beweggründe aufmerksam zu machen und kursierende Fehlinformationen richtigzustellen.

Steinbruch Lauster Maulbronn
Der Maulbronner Steinbruch Lauster soll einer Deponie werden. Eine Rekultivierung hinterher soll die landschaftliche Lücke schließen. Foto: Meyer

Was genau soll im Steinbruch Lauster passieren? Das Projekt sieht vor, den Steinbruch auf Maulbronner Gemarkung zu rekultivieren, eine entsprechende Genehmigung für eine Verfüllung mit Baugrubenaushub liegt seit 2017 vor. Zusätzlich sollen dort auch Bauschutt – wie er entsteht, wenn normale Wohnhäuser abgerissen werden – und schadstoffarme mineralische Reststoffe untergebracht werden, weshalb die Firma Fischer Weilheim in einem sogenannten Planfeststellungsverfahren beim Regierungspräsidium eine Änderung in eine DK1-Deponie erwirken möchte. „Auf der Oberfläche wird eine Rekultivierung erfolgen, die sich zu einem Biotopverbund mit dem Roßweiher entwickeln wird“, so die Betreiberfirma.

Warum ist es sinnvoll, eine DK1-Deponie in Maulbronn einzurichten? Zwischen Stuttgart und der Klosterstadt gibt es laut der Firma bereits genug Steinbrüche, in denen nur unbelasteter Baugrubenaushub eingelagert werden darf. Die dort verfügbaren Volumen würden für Jahrzehnte ausreichen, so dass die Schaffung weiterer gleichartiger Kapazitäten nicht bedarfsgerecht sei. Viel höher im Land sei allerdings der Bedarf an eben solchen DK1-Deponien. Einen Mangel an solchen Einrichtungen hat das Landesumweltministerium bereits dokumentiert. Auch der Enzkreis hat sich Ablagerungskapazitäten im geplanten Deponiebetrieb gesichert, um seiner gesetzlichen Entsorgungspflicht nachkommen zu können.

Welche Auswirkungen hat die Deponie auf die Umwelt? In der Genehmigung für die Kultivierung seien bereits zahlreiche Auflagen zum Schutz der Nachbarschaft und des Naturschutzgebietes enthalten, schreibt Fischer Weilheim. Im Zuge der Planungen für die Genehmigung des DK1-Deponiebetriebes würden Vorkehrungen zum Schutz vor Staub und Lärm weiter vertieft. Umweltverträglichkeitsuntersuchungen würden aktuell ausgearbeitet und mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Auch ein Risiko für die Grundwasserqualität ist aus Sicht der zuständigen Firma nicht gegeben. Es könne kein Sickerwasser in das Grundwasser gelangen, da man eine „hochwirksame“ Basisabdichtung einbaue.

Was passiert eigentlich mit der im Steinbruch ansässigen Firma Lauster? Wenn die Firma Lauster in den Maulbronner Talweg umgezogen ist, können die verbliebenen Firmengebäude abgebrochen werden. Der begehrte Sandstein wird übrigens weiter abgebaut – und zwar mindestens für die kommenden 30 Jahre. „Der Felsabbau wird also auch dann noch laufen, wenn die Deponie schon längst wieder verfüllt ist“, sagt Projektleiter Albrecht Tschackert.

Wie geht es jetzt weiter? Fischer Weilheim macht darauf aufmerksam, dass das Gemeinderatsvotum – sollte das Bürgerbegehren erfolgreich sein – nur eine von vielen öffentlichen Stellungnahmen sei. Dennoch werde man den Deponieantrag weiter vorbereiten, um ihn dann spätestens Ende des Jahres 2023 beim Regierungspräsidium abzugeben. Die Bearbeitung dauere im Durchschnitt ein Jahr, so Tschackert, so dass man dann Anfang 2025 mit der Verfüllung beginnen könne.

Autor: stä