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Mühlacker -  26.08.2026
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Wo in Glabbich der Schuh drückt: Gemeinderat Zeljko Schuhmacher zieht Bilanz

Mühlacker. Mühlacker. Ein Autofahrer hebt die Hand, Zeljko Schuhmacher grüßt zurück. Wenig später die nächste Begegnung, wieder ein Gruß. Wer mit dem 52-Jährigen durch Großglattbach läuft, merkt schnell: Der Stadtrat ist hier kein Unbekannter. „Auf dem Dorf kennt man sich eben“, sagt Schuhmacher.

An der Glattbachbrücke zeigt Zeljko Schuhmacher auf das Provisorium, das seit März 2025 den Uferhang sichert. Dem Stadtrat dauert es zu lange, bis die eigentliche Sanierung erfolgt. Rose
An der Glattbachbrücke zeigt Zeljko Schuhmacher auf das Provisorium, das seit März 2025 den Uferhang sichert. Dem Stadtrat dauert es zu lange, bis die eigentliche Sanierung erfolgt. Rose Foto: Rose

Vor gut einem Jahr war der Freie Wähler für den aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Stefan Eisenhauer in den Mühlacker Gemeinderat nachgerückt. Großglattbach hatte damit wieder einen eigenen Vertreter am Ratstisch. Inzwischen hat Schuhmacher sein erstes Jahr hinter sich – und festgestellt, wie umfangreich die Arbeit tatsächlich ist. Vorher sei ihm nicht bewusst gewesen, über welche Bandbreite an Themen ein Stadtrat entscheidet – bis hinein in Verwaltung und Stadtwerke. „Man lernt viel dazu“, sagt er. Vor allem hat Schuhmacher erfahren, dass ein einzelner Stadtrat nicht einfach durchregieren kann. „Ich bin Einzelkämpfer hier oben.“ Ohne die Unterstützung der eigenen Fraktion und anderer Ratskollegen gehe wenig. Und ausgerechnet kurz nach seinem Amtsantritt kam die Haushaltssperre. „Finanziell stehen wir auch nicht gut da.“ Viele Wünsche müssen deshalb warten.

Das ist für Schuhmacher nicht immer leicht zu vermitteln. „Meine Glabbicher messen mich ja auch daran.“ Nach Jahren ohne eigenen Vertreter im Gemeinderat seien die Erwartungen groß. Umso enttäuschender sei es, wenn er sagen müsse, dass er bei einem Problem nichts in der Hand habe. Trotzdem versuche er, „das Beste daraus zu machen“ und Ideen der Bürger voranzubringen.

„Das geht mir viel zu langsam“

Ein Beispiel ist Tempo 30. Bereits im vergangenen November sei im Zuge des Lärmaktionsplans klar gewesen, dass in Großglattbach weitere Tempo-30-Regelungen kommen sollen. Auf die Umsetzung wartet Schuhmacher noch immer. „Das geht mir viel zu langsam“, sagt er. „Das gehört dringend gemacht.“

Er verweist auf Autofahrer, die mit hohem Tempo durch den Ort fahren, und auf den Durchgangsverkehr in Richtung Vaihingen und B10. Die Lösung erscheint ihm überschaubar: „Wir haben drei Ortseingänge. Das sind für mich drei Schilder.“

Noch mehr ärgert Schuhmacher die Situation an der Glattbachbrücke in der Vaihinger Straße. Dort drohte im März 2025 ein Teil des Uferhangs abzurutschen. Seither sichert ein Provisorium mit Stahlplatten, Spannstreben und sogenannten Big Bags die Böschung – die eigentliche Sanierung steht noch aus.

„Das ist nicht akzeptabel“, sagt Schuhmacher mit Blick auf die lange Dauer. Die Stelle ist für Großglattbach besonders sensibel: Nach Starkregen war 2018 der Glattbach durch Geröllmassen verstopft worden, Wasser bahnte sich daraufhin seinen Weg durch den Ort. Beim jüngsten Unwetter habe Großglattbach Glück gehabt, sagt Schuhmacher. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“ Beim nächsten Mal könne es anders aussehen. Auch als Feuerwehrkommandant liege ihm die Sache deshalb am Herzen. „Es ist meine Pflicht, dass wir da hinterher sind.“

Es tut sich auch etwas

Schuhmacher will seinen Rundgang aber nicht als reine Mängeltour verstanden wissen. „Es geht schon was im Dorf“, betont er. An der Mostkelter wurden Bretter und Türen erneuert, am Kindergarten gibt es einen neuen Zaun und neue Spielgeräte. Auch der Breitbandausbau ist angelaufen. Positiv sieht er zudem die probeweise eingerichtete Busverbindung nach Vaihingen, die nach seiner Wahrnehmung gut angenommen wird. Weiteren Handlungsbedarf sieht Schuhmacher bei der Halle des TSV Großglattbach. Während andere Stadtteile städtische Hallen hätten, müsse der Verein seine Halle weitgehend in Eigenregie unterhalten. „Hochachtung, dass der Verein das mitmacht“, sagt er. Bei Investitionen wünscht er sich deshalb eine stärkere Unterstützung durch die Stadt. Auch die geplanten Windräder zwischen Großglattbach und Serres bleiben für ihn ein Thema. Sollten sie gebaut werden, erwartet Schuhmacher erheblichen Baustellenverkehr. Er fordert deshalb, den Zustand der betroffenen Straßen vorher und nachher zu dokumentieren.

Nach seinem ersten Jahr weiß Schuhmacher, dass nicht jeder Wunsch aus Großglattbach schnell erfüllt werden kann. Dass der Stadtteil wieder direkt am Ratstisch vertreten ist, hält er trotzdem für wichtig. Schließlich wolle man trotz der Entfernung zum Mühlacker Zentrum nicht außen vor bleiben. „Wir sind nicht die Außenseiter, auch wenn wir am weitesten weg sind“, sagt er. Früher habe sich sein Glabbich manchmal wie das fünfte Rad am Wagen gefühlt. Heute formuliert er es anders: „Jetzt sind wir wieder alle ein Auto.“