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Kolumnen -  09.01.2022
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Wortscharfer Wahlkampf: Vom Wiernsheimer Philosophen

„Si tacuisses, philosophus mansisses – hättest du geschwiegen, wärst du ein Philosoph geblieben.“

Kommentiert den Wiernsheimer Wahlkampf: PZ-Redakteur Christoph Stäbler. Foto: PZ-Archiv
Kommentiert den Wiernsheimer Wahlkampf: PZ-Redakteur Christoph Stäbler. Foto: PZ-Archiv

Wie die Faust aufs Auge passt dieses lateinische Sprichwort zum Bürgermeisterwahlkampf in Wiernsheim, der in den vergangenen Wochen ordentlich an Schärfe gewonnen hat. Wie seit dieser Woche durch den Gemeindewahlausschuss festgestellt wurde, sind der amtierende Bürgermeister Karlheinz Oehler sowie seine Herausforderer Matthias Enz und Ulrich Kisling zur Wahl am 30. Januar zugelassen.

Eine Kolumne von PZ-Redakteur Christoph Stäbler

Bereits von Tag eins an waren die Störgeräusche im Kampf um den Chefsessel nicht zu überhören. Erstes Opfer war Matthias Enz, der sich in einer Karikatur die Darstellung seiner Person als Marionette der SPD-Gemeinderätin Ulrike Brandauer gefallen lassen musste. Im Gespräch mit der PZ lässt Enz allerdings verlauten, dass er die Zeichnungen nicht als Beleidigung empfinde. Deutlich unter die Gürtellinie gegangen ist dagegen eine Bemerkung über Karlheinz Oehler in den sozialen Netzwerken, die implizierte, er könnte als Weinfreund „in vino veritas“ – also im Wein die Wahrheit suchen.

„Solche Dinge sind einfach nur unverschämt und überschreiten die Grenzen des guten Geschmacks“, äußerte sich Oehler zur Sache. „Persönliche Diffamierungen im Wahlkampf gehen gar nicht. So was kann bleibende Schäden hinterlassen“, sagte Enz dazu. Und Kisling fügte an: „Ich distanziere mich aufs Schärfste von solchen Angriffen. Der Verursacher tut sich damit sicher keinen Gefallen.“ Wer einen Bürgermeisterkandidaten im Wahlkampf angreift, hat aber wohl nicht ums Eck gedacht. Auf kommunaler Ebene kommt es oft genug vor, dass man mit dem neuen Schultes zusammenarbeiten muss – wirklich vergessen dürften aber wohl nur die wenigsten Karikaturen und beleidigende Sprüche. Spätestens da werden sich die Verursacher sagen: „Hätte ich doch lieber mal geschwiegen.“

Autor: stä