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Pforzheim -  28.01.2022
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Zaghafte Lichtblicke beim gelben Müll in Pforzheim – Entsorger und Bürger könnten zur Entspannung beitragen

Pforzheim. „Die Abfallwirtschaft rechnet aber mit einer baldigen Entspannung der Lage“, hatte der städtische Sprecher Stefan Baust am Freitag vergangener Woche auf PZ-Anfrage mitgeteilt. Davon ist der externe Entsorger bei der Umstellung auf gelbe Tonnen in Pforzheim noch ein gutes Stück entfernt, wie weitere Rückmeldungen verunsicherter und verärgerter Bürger zeigen. Doch es trudeln auch immer mehr positive Signale aus der Leserschaft bei der PZ ein.

Gelbe Tonnen und Säcke an der Zerrennerstraße – es bleibt viel zu tun.
Gelbe Tonnen und Säcke an der Zerrennerstraße – es bleibt viel zu tun.

Das zeigt: Für die von den Dualen Systemen Deutschlands (DSD) für Pforzheim beauftragte Firma Knettenbrech + Gurdulic mit Hauptsitz in Wiesbaden bleiben viele Hausaufgaben, sie scheint aber auf einem besseren Weg zu einer erhofften Routine zu sein.

„Ich hatte mittlerweile Kontakt zu Knettenbrech + Gurdulic, und konnte mein Problem lösen“, berichtet etwa Christine Schmitt, die Chefin des innerstädtischen Saacke-Carrés mit rund 150 Einheiten. Sie hatte jüngst moniert, viel zu viele Tonnen geliefert bekommen zu haben, was sie in Platznöte brachte. Die überschüssigen Behälter seien nun abgeholt worden. „Ebenfalls wurden die Tonnen rund um unser Areal geleert und alle gelben Säcke entsorgt.“

Auch in den Sozialen Medien gibt es von Pforzheimern frohe Kunde. „Bei uns war heute Termin für die Leerung der gelben Tonne! Diese wurde am Vormittag geleert! Pünktlich und ordentlich! Danke!“, schreibt einer. Ähnliche Berichte über reibungslose Abläufe gibt es unter anderem aus Teilen Dillweißensteins oder aus der Wartbergsiedlung in der Nordstadt. Andernorts, etwa in Eutingen, wo es massive Verzögerungen bei der Abholung gab (die PZ berichtete), ist diese inzwischen erfolgt. „Bei uns kamen sie mit einer Woche Verspätung, aber sie wurden abgeholt“, berichtet eine Pforzheimerin. Eine andere hält diese Zeitspanne für viel zu lang: „Also dass man sich mal verspäten kann, ist vollkommen okay: aber ’ne ganze Woche? Bin mal gespannt, wie das weitergeht!“

Draußen vor der Tür

Kritikpunkte sind insbesondere zu wenige gelieferte Tonnen, – wobei zu bedenken ist, dass die Abholung nun nicht mehr alle vier, sondern alle zwei Wochen erfolgt, was das Quantum an zu entsorgenden Leichtverpackungen verringert. Viele stoßen sich auch daran, dass mancher seine Behälter im öffentlichen Raum platziert:

„An den Gehwegen stehen jetzt überall die gelben Tonnen, weil die Bewohner keinen Platz zum Hinstellen haben – sehr schönes Stadtbild“, flüchtet sich eine Kommentatorin in Ironie.

Die städtische Abfallwirtschaft, die bei der eigentlichen, eben über die DSD geregelten Entsorgung des gelben Mülls außen vor ist, bietet bei vermeintlichen Platzproblemen Beratungstermine vor Ort an, die per E-Mail an LVP@pforzheim.de zu vereinbaren sind. Dauerhaftes Deponieren von Tonnen auf öffentlichem Grund ist tatsächlich untersagt.

Gründe dafür, dass es mit der Abfuhr bislang hakt, gibt es mehrere, etwa personelle Ausfälle. So wird auf www.abfallwirtschaft-pforzheim.de auf „krankheitsbedingte Verschiebungen“ hingewiesen, für die Knettenbrech + Gurdulic um Verständnis bitte. Die Firma sei „bemüht, „schnellstens nachzufahren“. Unternehmenssprecherin Nadine Kuhnigk hatte zudem jüngst ortsspezifische Herausforderungen angeführt: „Um Routine zu erlangen, benötigt es eine gewisse Übergangszeit, so dass zum Beispiel unser Personal die Feinheiten der Sammelgebiete kennenlernt.“ Und dann sorgen offensichtlich die Tücken der Trennung für Mehraufwand.

Jede Menge Material

Wie Saacke-Chefin Schmitt, berichtet PZ-Leser Florian Schultz von solchen Erkenntnissen nach einem persönlichen Austausch mit Verantwortlichen. Ein „freundlicher Fahrer“, so Schultz, habe ihm gegenüber bekräftigt, dass generell ein Wechsel des Entsorgers samt kompletter Umstellung auf gelbe Tonnen und flächendeckender Auslieferung von Behältern in einer Stadt der Größe Pforzheims eine Herkulesaufgabe sei, bei der es anfangs zwangsläufig holpere.

Eine Schwierigkeit sei die schiere Masse an zu entsorgendem Material. Wegen der so nicht zu erwartenden Mehrmengen müsse manche Tour abgebrochen werden, weil die Kapazitäten des Fahrzeugs erschöpft seien. Dies liege daran, dass in der Übergangsphase neben Tonnen weiter Säcke rausgestellt werden dürfen. Es landeten etliche Abfälle in gelben Behältern, die nicht hineingehören (siehe „Was in die gelbe Tonne gehört – und was nicht“).

Autor: erb