Zecken, Magendrehung, Krampfanfälle: Pforzheimer Erste-Hilfe-Kurs für Hundehalter kommt gut an
Pforzheim. Borreliose durch Zecken, Magendrehung, Krampfanfälle: Was zu tun ist, wenn der geliebte Vierbeiner akut in Not gerät, das haben 13 Hundebesitzer bei einem speziellen Erste-Hilfe-Kurs des DRK Kreisverband Pforzheim-Enzkreis in dreieinhalb Stunden am Freitagabend erfahren. Die Hobby-Hundehalter profitierten dabei vom Erfahrungsschatz von Cindy Hess und Ariane Flohr.
Viel Herzblut im Einsatz
Beide sind Teil der DRK-Rettungshundestaffel und trainieren seit vielen Jahren Vierbeiner für den Einsatz. Um den Teilnehmern das richtige Lagern eines Hundes oder auch das Anlegen eines Schnauzenbands für kurze Zeit zu demonstrieren, hatte Hess ihren Gefährten Akela dabei, einen Finnischen Lapphund. Sichtlich entspannt lief der sechsjährige Rüde durch die Reihen und war zur Stelle, wenn er getragen oder gelegt werden sollte. Den Maulkorb ließ er sich trotz Leckerli nur widerwillig überziehen. Der Kurs war ursprünglich für die aktuell 26 Bereitschaftshelfer gedacht gewesen, damit sie ihre vierbeinigen Kollegen im Einsatz, etwa bei der Suche nach Vermissten, adäquat versorgen können. Jetzt lernten die Zuhörenden nicht nur Wissenswertes über den Bodycheck bei Hunden und darüber, wie man kranke Zähne identifizieren kann: Es ging auch darum, aufmerksam gegenüber dem tierischen Gefährten zu sein und ihn langsam und spielerisch an Routinen zu gewöhnen, die es ermöglichen, ihn stressfrei etwa auf Verletzungen und Krankheiten zu untersuchen.
Das Trainingder Bereitschaftshunde dient laut Sanitäterin Sandra Dürr nur einem Zweck: Im Einsatz möglichst effizient zusammen mit dem Hundeführer oder -Führerin die gestellte Aufgabe zu meistern. Dürr hat ihre betagte Rettungshündin zwar vor zwei Jahren in Rente geschickt, absolviert aber immer noch ein kleines Trainingsprogramm mit der 14-jährigen Labradordame, die gerne mitarbeitet. Ihren Vorgängerhund ein Golden Retriever hätte sie mit gut elf Jahren aufgrund einer Magendrehung fast verloren. Die Tierärztin konnte damals die Dramatik der Situation zunächst nicht einordnen, weil der Hund noch gefressen hatte. Sie schickte Dürr mit ihrem Hund von Kandel nach Ettlingen, wo das Tier dann sofort erfolgreich in einer Tierklinik operiert wurde. Über sechs Flächenspürhunde und einen Mantrailer verfügt die Rettungshundestaffel zurzeit.
Unablässiges Training
Dafür sind einige Prüfungen und ein unablässiges Training von Hundeführer und Vierbeiner nötig. Einen vermissten Menschen lebend zu finden, sei ein großes Glücksgefühl und schweiße alle zusammen, sagt Dürr. Doch es müsse bei einer Anforderung immer wohlüberlegt sein, ob ein ausgewählter Rettungshund für diese spezielle Aufgabe geeignet sei oder ob die Ressourcen anders verteilt werden sollten. An diesem Freitag war die Rettungshundestaffel kurz vor dem Erste-Hilfe-Kurs alarmiert worden, weil bei Renningen ein Baby vermisst wurde. Doch es kam nicht zum Einsatz. Die Polizei fand zuvor eine Babyleiche. Schnell kann es für die Helfer und ihre treuen Vierbeiner ernst werden. Umso wichtiger ist es, dass ihr Partner Hund im Notfall gut versorgt ist.
Die Teilnehmenden des Kurses jedenfalls, die ihre Hunde lediglich als Freizeitbegleiter halten und aus Stadt und dem Enzkreis hergefahren waren, erhielten neben wertvollen Tipps für einen achtsamen Umgang mit ihren tierischen Freunden ganz nebenbei einen Einblick in ein großartiges Ehrenamt, das sich auf den Hund verlassen können muss.
Regelmäßig finden die Erste-Hilfe-Kurse und auch Auffrischungskurse statt, Infos gibt es im Internet. Auch Hundevereine können die Kurse vor Ort stattfinden lassen.
