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Neuenbürg -  03.03.2026
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Zoff um Stadthallenfassade: Vorerst keine Streich(el)einheiten in Neuenbürg

Neuenbürg. Was will man mit den schmalen kommunalen Finanzen in Neuenbürg sanieren? Diese Frage beschäftigt die Stadtpolitik schon eine Weile, seit Januar 2026 hat der Ton zwischen Gemeinderat und Verwaltung aber deutlich an Schärfe zugenommen.

Stadthalle Neuenbürg Drohne
Die Stadtverwaltung möchte die Holzpaneele an der Fassade der Neuenbürger Stadthalle streichenlassen. Dagegen gibt es aber merkliche Widerstände im Gemeinderat, was nun zumindest zu merklichen Verzögerungen führt. Foto: Röhr

Der Auslöser: Die Holzfassadenteile der Stadthalle sollen gestrichen werden. Für rund 45.000 Euro sollte der Auftrag an einen Stuckateurbetrieb gehen. Eigentlich Routine, jedoch entspann sich bereits im Januar eine längere Diskussion um die Frage, ob es diese Arbeiten überhaupt braucht. Letztlich hatte die UWV mit einem Antrag zur Vertagung des Tagesordnungspunkts Erfolg.

In der Februarsitzung ging die Diskussion entsprechend weiter. Die Verwaltung, allen voran Hochbauamtsleiterin Nathalie Janda, pochte darauf, dass entsprechende Stuckateurunternehmen endlich zu beauftragen. Schließlich verzögerte sich damit eine Umsetzung auch immer weiter. Aber Teile des Gemeinderats, allen voran die stärkste UWV-Fraktion, wollten dem Verwaltungsvorschlag nicht folgen. So sagte UWV-Chef Frank Wendelstorf, dass der Antrag seiner Fraktion im Januar wohl falsch verstanden wurde. Man habe konkret eine Besichtigung der Halle durch den gesamten Gemeinderat erbeten, um über deren Zustand informiert zu werden. Auf dieser Basis wolle man dann entscheiden, ob die Malerarbeiten tatsächlich nötig sind – oder man sich stattdessen nicht beispielsweise lieber um die Duschen kümmere.

Genau diese Duschen sind laut Bürgermeister Fabian Bader aber erst jüngst gerichtet worden. Zwar seien die Leitungen an der Decke zu sehen, aber die Duschen entsprächen allen Vorschriften. „Was bringt es, zu 18. oder 20. Holzbretter anzuschauen“, wollte er noch wissen. Und Janda macht deutlich: Eine komplette Sanierung der Duschen mit allem drum und dran wäre so teuer wie die Summe, die der Stadt 2026 für den gesamten Gebäudeunterhalt zur Verfügung steht.

UWV-Stadtrat Egbert Müller, zugleich städtischer Hausmeister, sagte, dass es in Neuenbürg „deutlich abgefucktere Gebäude“ gibt. Genau deshalb, so die Hochbauamtsleiterin, müsse man aber jetzt dafür sorgen, dass die Substanz der Halle hält. Bereits die Vertagung im Januar habe dazu geführt, dass die Malerarbeiten nicht vor Sommer kommen.

Dass bei einer so konfrontativen Stimmung eine Seite den Kürzeren zieht, ist da nicht verwunderlich. Gegen den erklärten Willen von Bader und auch gegen die Stimmen der Grüne-Liste-Stadträtinnen Christine Danigel und Andrea Lutz setzte eine Gemeinderatsmehrheit den UWV-Antrag durch. Heißt: Im März besichtigt das Gremium die Stadthalle, um dann möglicherweise im April etwaige Malerarbeiten zu verabschieden.

Es geht auch anders

Weniger hitzig ging es im Zusammenhang mit der Fassadensanierung eines anderen städtischen Gebäudes zu: Am Technischen Rathaus in der Mühlstraße ist die Fassade fällig. Schon länge bröselt es da, Feuchtigkeit zieht ein. Jetzt soll das Sichtfachwerk verputzt werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und weitere Schäden zu verhindern. Kostenpunkt: rund 155.000 Euro, und damit weniger als der im Haushalt vorgesehene Kostenrahmen von 190.000 Euro. Laut Janda werde so der historische Zustand wieder hergestellt. Die Maßnahme wurde einstimmig beschlossen.

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