Gemeinden der Region
Niefern-Öschelbronn -  09.05.2021
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Zusammenrücken auf Abstand – Niefern-Öschelbronn feiert 50-jähriges Gemeindejubiläum

Niefern-Öschelbronn. Am 1. August wird es 50 Jahre her sein, dass die bis dahin eigenständigen Orte Niefern und Öschelbronn zu einer Kommune zusammengelegt wurden. Große Pläne gab es, um das Gemeindejubiläum gebührend zu feiern. Doch die Pandemie zwingt die Verantwortlichen zum Umdenken. Organisiert habe man zum Glück noch nicht viel, bevor Corona das öffentliche Leben lahmgelegt hat, sagt Bürgermeisterin Birgit Förster. Aber so mache Veranstaltung, auf die man sich bereits gefreut hat, wird wohl nicht stattfinden können.

Bürger-Picknick auf Eis gelegt

2021 wäre nach dem regulären Zwei-Jahres-Turnus Straßenfest in Niefern-Öschelbronn. Dieses hätte größer als üblich ausfallen können, eingebettet ein Festakt zum Jubiläum. „Wir hatten auch überlegt, ein Bürgerpicknick zu veranstalten“, sagt Förster – möglicherweise sogar verbunden mit einem Rekordversuch. Biertischgarnituren, Getränkestände und kulturelle Angebote hätten den Öschelbronner Weg gesäumt, der die Ortsteile verbinden. Auch diese Pläne liegen auf Eis. Und dort werden sie vorerst wohl bleiben.

„Ich hoffe dennoch, dass die Ortsteile durch die Aktionen noch mehr zusammenwachsen – auch aus der Ferne." Bürgermeisterin Birgit Förster

Aufgeben will man das Jubiläum aber nicht – und hat nach Möglichkeiten gesucht, auf Abstand und doch gemeinsam den Zusammenschluss zu feiern. Förster zeigt sich zufrieden mit dem, was auf die Beine gestellt wurde. Seit vergangenem Herbst schon läuft eine Stelen-Aktion. Jeder, der möchte, kann sich einen der rund 300 installierten Verankerungen sichern und diesen nach Belieben gestalten. Rund 200 Stelen sollen bereits aufgestellt sein oder in Vorbereitung sein, so die Bürgermeisterin. Zudem hat die Gemeinde zu einem Fotowettbewerb aufgerufen. Aus den 36 schönsten Motiven aus beiden Ortsteilen soll ein Memory-Spiel entstehen, das bis Herbst fertiggestellt und zum Verkauf angeboten werden soll.

Foto-Aktion läuft nun

Eine weitere Foto-Aktion ist gerade erst angelaufen. Unter dem Motto „Gegensätze ziehen sich an“ sind Interessierte aufgerufen, ihrer Gemeinde ein Gesicht zu verpassen. Bis Ende Mai können Bürger sich per Mail an silke.engelsberger@niefern-oeschelbronn.de bewerben. Es ist die Erweiterung eines Projekts des Gewerbevereins, sagt Förster. Im Laufe der Arbeiten dazu sei die Idee entstanden, Niefern-Öschelbronn ein Gesicht zu geben – „wenn man sich schon nicht persönlich sehen kann.“ Förster hofft, dass sich möglicht viele Menschen aller Altersgruppen, Vereine und Institutionen beteiligen, um einen Querschnitt durch die Gesellschaft und auch die Gegensätze, die das Leben in Niefern-Öschelbronn ausmachen, abbilden zu können. Am Ende sollen die Bilder nicht nur auf der Homepage der Gemeinde und in sozialen Netzwerken zu sehen sein, auch eine Ausstellung ist geplant. Ob diese im Rathaus oder unter freiem Himmel stattfinden wird, ist noch zu klären.

Virtueller Festakt

Indessen wird im Rathaus ein virtueller Festakt samt Reden und Musikbeiträgen vorbereitet, der aus dem Ameliussaal via Lives-Stream übertragen werden soll. Kurz vor oder nach den Sommerferien soll er stattfinden. Förster rechnet damit, dass die erste große Präsenzveranstaltung ohne Personenbegrenzung wohl erst der Weihnachtsmarkt in der Gemeinde sein wird. Diesen dann auszubauen und aufzuwerten, kann sie sich gut vorstellen.

So wird die Goldhochzeit von Niefern-Öschelbronn in anderem Rahmen gefeiert als geplant. „Ich hoffe dennoch, dass die Ortsteile durch die Aktionen noch mehr zusammenwachsen – auch aus der Ferne“, sagt Förster. „Es ist ja kein Geheimnis, dass wir nicht immer einer Meinung sind.“ Die Kampagne N-Ö soll zeigen: In der Gemeinde gilt nicht „entweder oder“, sondern „sowohl als auch“. Laut und leise, städtisch und ländlich, gute Infrastruktur und ruhiges Leben – „die Gegensätze machen uns aus, stärken und verbinden uns“, ist sie überzeugt. Wie das eben so ist in einer guten Ehe. Auch noch nach 50 gemeinsamen Jahren.

Autor: bel