Zwei Wochen lang kaltes Wasser für die Senioren: Technische Probleme in Ludwig-Uhland-Residenz
Bad Wildbad. Wer einen Platz zur altersgerechten Versorgung sucht, findet in der Ludwig-Uhland-Residenz je nach Bedarf das auf seine Bedürfnisse Zugeschnittene. Die von der Evangelischen Heimstiftung (EHS) getragene Vorzeigeeinrichtung besitzt 26 Apartments der Kategorie Wohnen plus, verfügt über eine Tagespflege, bietet einer betreuten Wohngemeinschaft eine Heimat und hat den ambulanten Pflegedienst im Haus. Ob Sonntag oder Werktag, „wir sind 24 Stunden für unsere Kunden da“, sagt die Residenz-Chefin Inga Käppler. Trotzdem rief jüngst ein erboster Bewohner bei dieser Zeitung an und klagte, dass es seit Tagen nur kaltes Wasser gäbe.
„Nicht unser Anspruch“
Nach zwei Wochen Unterbrechung lief kurz danach beim Besuch der PZ für die 40 Bewohner und 15 Tagesgäste und nicht zuletzt die Mitarbeiter wieder warmes Nass aus den Leitungen.
„Wir haben Verständnis für solche Beschwerden, denn dies ist nicht unser Anspruch“, erklärte die aus Stuttgart angereiste, die schwierige Situation begleitende Regionaldirektorin Silke Breuninger.
Sie und Inga Käppler hoffen, dass die technischen Problemen entspringenden größeren Mängel jetzt dauerhaft überwunden sind. Denn vor dem Ausfall der Warmwasser-Aufbereitung stand in diesem Jahr vier Wochen lang der einzige Aufzug still. Benötigt wurde zur Reparatur ein Ersatzteil aus dem Ausland, das auf sich warten ließ.
Zusätzliches Personal, das etwa bei den Bewohnern den Müll wegtrug oder für diese Besorgungen machte, und die Anschaffung einer im Haus verbliebenen Treppenraupe konnten bei aller Mühe den fehlenden Lift nur bedingt überbrücken. Mit so einer Raupe etwa aus dem oder in den vierten Stock mit Gehbehinderten zu kommen, ist für diese wie den Bediener des Geräts nicht ganz einfach. Bei der Größe des Hauses wird im Gegensatz zu umfangreicheren Bauten – auch aus Gründen der Kostenersparnis für die Bewohner – nur ein Aufzug vorgehalten. Nach dem Lift-Debakel wurde eine Firma, die umgehende Reaktion bei Anforderung zusicherte und vier Wartungstermine im Jahr durchführt, unter Vertrag genommen.
Reparatur verzögert sich
Zur Behebung des Problems bei der Warmwasseraufbereitung war die Fachfirma in den zwei Wochen des Ausfalls vier Mal im Haus. Verzögert wurde die Reparatur durch ein zunächst falsch geliefertes Ersatzteil. Sicher sind die ihr Bestes gebenden Mitarbeiter der Ludwig-Uhland-Residenz so froh wie die Bewohner, dass der Schaden behoben ist. Denn zusätzlich zu den üblichen Aufgaben in der Pflege hieß es zur Überbrückung, warmes Wasser zu erwärmen und zum Waschen oder für andere Zwecke auf die Zimmer zu bringen.
„Wir sind sehr dankbar, dass die meisten geduldig waren“, unterstrich Regionaldirektorin Silke Breuninger.
Zusammen mit Inga Käppler will sie sich „irgendeinen Ausgleich“ für die Bewohner einfallen lassen und damit das „gestörte Vertrauen zurückholen“.
Angebote zur Unterhaltung
Das ist unter Wohnen plus zu verstehen: Seniorengerechte Wohnungen – in der Ludwig-Uhland-Residenz 26 – werden vermietet. Die älteren Menschen werden je nach Bedarf in den 38 bis 56 Quadratmeter großen Apartments bis zum höchsten Pflegegrad versorgt. Auch Angebote zur Unterhaltung und Begegnung im Haus gehören dazu. Im Unterschied zum Pflegeheim kann von den angebotenen Leistungen individuell jeder genau das für ihn Notwendige in Anspruch nehmen.
Mit der im Oktober 2018 eröffneten Einrichtung wurde das Konzept von der EHS erstmals erprobt und nach den guten Erfahrungen in der Bäderstadt auf weitere entsprechende Häuser ausgedehnt. In insgesamt 170 verschiedenen sozialen Einrichtungen betreut die EHS mit 11.350 Mitarbeitern rund 16.000 Menschen.
