Gemeinden der Region
Keltern -  14.06.2026
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Zwischen Weinbergen und Winzerhütten: Keltern feiert den Sommer beim Weinblütenfest

Keltern. Bei der Traditionsveranstaltung bleiben keine Wünsche offen. An zehn Stationen verwöhnen die Winzer ihre Besucher mit Rebsaft und mehr.

Die Stimmung am Keulebuckel genießen Bürgermeister Steffen Bochinger (von links), Besucherin Christine Wolfinger, Weinkönigin Jenny I. und die Bewirtschafter Jan, Birgit und Manfred Augenstein.
Die Stimmung am Keulebuckel genießen Bürgermeister Steffen Bochinger (von links), Besucherin Christine Wolfinger, Weinkönigin Jenny I. und die Bewirtschafter Jan, Birgit und Manfred Augenstein. Foto: ZAC

Keltern. Super Wetter, super Leute, super Weine: So brachten Bürgermeister Steffen Bochinger und Kelterns Weinkönigin Jenny I. (Jennifer Jossen) am Sonntagmittag inmitten der Weinberge zwischen Ellmendingen und Dietlingen ihre Stimmung auf den Punkt. Mit zahlreichen Besuchern im Schlepptau machten sie nach der Eröffnung des Weinblütenfests an der Ellmendinger Winzerhalle die Weinwander- und Wirtschaftswege zur Flaniermeile für die ganze Familie. Dabei blieb niemand auf dem Trockenen: An zehn Stationen verwöhnten die Haupt- und Nebenerwerbswinzer, die das Gebiet Keulenbuckel bewirtschaften, mit ihren edlen Tropfen. Erlesene Weine, Seccos und Sekte, aber auch frische Fruchtsäfte und handgemachte kulinarische Leckerbissen stärkten die Begegnungstour von Jung und Alt.

An so mancher Weinberghütte ging es gesellig her – so tönten die musikalischen Tennisfreunde schon von weitem mit dem „Bossa Nova“ oder der „Fiesta Mexicana“ aus den 19 Rebzeilen, die Manfred Augenstein aus Ellmendingen im Unruhestand bewirtschaftet. Dabei setzt er wie viele andere auf Qualität anstatt auf Masse. Im Keuleneck verbindet er den für Dietlingen typischen Müller-Thurgau und den für Ellmendingen typischen Schwarzriesling. Aber auch sonst schreibt er den Zusammenhalt groß:

„Wir helfen einander. Und trotz des gegenseitigen Wettbewerbs findet jeder seine kreativen Absatzwege.“

Während Augenstein anstelle von Herbiziden aufs Hacken unter den Reben setzt, schützen Fungizide die Pflanzen vor Mehltau und anderen Krankheiten. In diesem Jahr sieht bisher alles gut aus – von starken Frösten wie 2024 blieben die Kelterner Reben verschont, geregnet hat es gerade genug: „Trotzdem ist es zum Zeitpunkt der Blüte und Ausbildung der Gescheine viel zu früh, um etwas über die Qualität sagen zu können. Das können wir erst, wenn der Wein im Fass ist. Ein Hagel und alles ist hinüber“, so der erfahrene Hobbywinzer.

Immer optimistisch bleiben, lautet derweil die Devise von Melanie Frank. Nachdem es die Reben 2024 „eiskalt erwischt“ hat, was sie wortwörtlich aufs Etikett brachte, hat die Inhaberin von Kelternwein zum 20. Jubiläum einen Wein kredenzt, der zwei Jahrzehnte in einem Schluck verbindet. Das Etikett nennt zahlreiche Namen aller Winzer, mit denen sie in dieser Zeit zusammengearbeitet hat.

Mit einem Weinbier begrüßt direkt nebenan Rudi Augenstein vom Weingut Weinstein seine Gäste. In einem speziellen Brauprozess hat er Weinhefe, die Schale von Aromatrauben und Gerstenmalz vereint – für eine Besuchergruppe aus Waldbronn die perfekte Überleitung zum abendlichen Fußballbier. „Man braucht immer neue Ideen und muss zusammenhalten, schließlich wollen wir lieber eine Win-win- anstatt eine Lose-lose-Situation“, erklärt Augenstein und denkt dabei an den neuen „Kelterner Winzersommer“, an dem die örtlichen Winzer von nun an bis Mitte September an den Wochenenden abwechselnd für Bewirtung sorgen. Gerade ausgesprochen, kommt ein Besucher an seine Hütte und verlangt „einen Wein, so lieblich wie du“.