Birkenfeld
Birkenfeld -  08.07.2026
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So geht es im Stahl-Areal voran: Neues Birkenfelder Viertel nimmt konkrete Formen an

Birkenfeld. Erste Umrisse des künftigen Wohnquartiers auf dem Areal der früheren Firma Stahl zeichnen sich jetzt schon genauer ab. Projektentwickler besucht Baustelle zusammen mit der PZ.

Birkenfeld Stahl Areal Baustelle
Auf dem früheren Gelände der Schmuckfirma Stahl lag belastetes Erdreich bis zu 0 Meter tief. Nun wächst hier ein neues Quartier aus dem Boden. Foto: Röhr

Das Thermometer klettert an diesem Tag bereits zügig Richtung 30-Grad-Marke. Komplett an einem Stück aus Beton gegossene Treppen und Halbfertigdecken liegen zwischen rotierendem Kran und anderem Baumaterial in der prallen Sonne bereit. Der erste Bauabschnitt des neuen Birkenfelder „Generationen- und Wohnquartiers“ mit zwei Gebäuden, Haus 1 und 4, in denen insgesamt 26 Wohneinheiten Platz finden, schreitet nun schnell voran.

Ganze Wände aus einem Guss

„Im zweiten Bauabschnitt werden auch ganze Wände aus einem Guss angeliefert“, informiert Frank Glessing, Geschäftsführer von move+smile, dem Projektentwickler und Investor des Großprojekts Stahlareal Birkenfeld. Alles in allem werden 53 Eigentumswohnungen in vier Wohngebäuden zwischen Jahn-, Goethe- und Siemensstraße errichtet.

Große „Lichteinlässe“, also Öffnungen für Fenster, sollen so viel Tageslicht wie möglich ins Innere lassen, erklärt Glessing. „Nicht belasteter Erdaushub wird gleich wieder eingebaut, nachdem geprüft worden ist, ob er schadstofffrei ist.“ Die Ursache dafür: Noch mögliche Rückstände aus dem Galvanikbetrieb der Schmuck- und Uhrenfirma, die in den früher unversiegelten Böden ohne entsprechende Schutzvorschriften ungehindert versickert waren. Das belastete Erdreich war eigentlich vor Baustart schon abgetragen worden – es handelt sich also um eine zusätzliche Kontrolle, um ganz sicherzugehen. Das erste Wohngebäude hat inzwischen seine maximale Höhe fast erreicht, der Rohbau des zweiten geht ebenfalls rasch voran.

Auch die Tiefgarage sei im Rohbau fast fertig. Auf dem eine längere Zeit nach der Schließung der traditionsreichen Schmuckfirma brachliegenden Areal – lange Zeit ein „Lost Place“ mit verlassenen Gebäuden – wächst nun seit dem ersten Baggerbiss im Frühjahr rasch ein ganz neues Viertel. Die 53 Eigentumswohnungen stehen in Größen zwischen 59 und 138 Quadratmetern bereit.

„Rund 70 Prozent sind inzwischen verkauft“, informiert Frank Glessing, Geschäftsführer von move+smile.

Autofrei sei das neue Viertel zudem „mit begrünten Begegnungsflächen und attraktiven Freiraumnutzungen“. Für den ersten und zweiten Bauabschnitt sind 68 Stellplätze für Autos und 111 Fahrradstellplätze eingeplant. Für das Gemeinschaftshaus kommen weitere 46 Tiefgaragen-Stellplätze und drei öffentliche Stellplätze im Freien entlang der Siemensstraße dazu plus 61 öffentliche Fahrradstellplätze. Wo jetzt der größere der beiden Kräne im Zentrum des Baugeschehens in den Himmel ragt, werde später ein grüner Innenhof liegen, erklärt der vielbeschäftigte Geschäftsführer Frank Glessing. Ein ähnliches Projekt seiner Firma in Stuttgart-Feuerbach sei derzeit ebenfalls im Bau, ein weiteres in Rastatt in Vorbereitung. Glessing stellt die Zusammenarbeit mit regionalen Baufirmen heraus – ein Betonwerk, aus dem nach Birkenfeld geliefert wird, liege in Gondelsheim, ein anderes in Esslingen.

Die Stromversorgung soll autark über Photovoltaikanlagen auf den Dächern erfolgen, überschüssiger Strom ins Netz eingespeist werden. Der Neubau des Gemeinschaftshauses umfasst eine Kindertagesstätte sowie eine Tagespflege für ältere Menschen. Zudem werden dort 61 altersgerechte Wohnungen für Betreutes Wohnen zur Verfügung stehen. Die Baugenehmigung für das dafür geplante Gebäude liegt laut move+smile seit 9. April vor. Die Gemeinde Birkenfeld habe die Kindertagesstätte bereits per Notarvertrag erworben informiert Blessing. Im Rohbau sollen die beiden ersten Wohngebäude laut Glessing noch vor den Sommerferien fertig werden. Einzugsterm für Haus 1 und 4 solle dann im Frühjahr 2027 sein. Nach der klimatisch heißen Bauphase derzeit steht der im übertragenen Sinne heiße letzte Bauabschnitt also erst nächstes Jahr an.