Gruselspaß mit Gänsehaut-Garantie: Halloween-Highlights im Enzkreis
Eisingen. Ein Labyrinth lockt in Eisingen an Halloween Hunderte Besucher an, in Stein verwandelt ein Schreinermeister seinen Garten in ein Spukschloss.
Schaurig-schöne Momente gehören ebenso zu Halloween wie Süßigkeiten und aufwendige Dekorationen. Im Enzkreis haben sich zahlreiche Ehrenamtliche ordentlich ins Zeug gelegt, um ihren Mitmenschen eine Freude zu bereiten. In Eisingen hat der neu gegründete Verein „Scholwenhopfer“ ein Grusel-Labyrinth aufgebaut – und damit unzählige Besucher angelockt. „Wir haben damit gerechnet, dass es voll wird“, sagt Bjarne Henningsen. „Aber dass es so voll wird, hätten wir nicht gedacht.“ Der Vorsitzende berichtet von knapp 800 Besuchern, die allein am Freitagabend gekommen sind. Auch am Samstagabend dauert es nicht lange, bis die Schlange einmal um das Gelände reicht.
Während sich viele noch auf den Gang durch enge Korridore und verwinkelte Zimmer, vorbei an Skeletten und Gespenstern, freuen, hat ihn Markus Fritzsche schon hinter sich – als Vater von vier Kindern sogar mehrmals. Stolz erzählt er, dass einer seiner Söhne mithilft. „Es ist toll, zu sehen, wie sich das entwickelt hat.“
Rücksicht auf die Kleinen
Fritzsche gefällt, dass das Grusel-Labyrinth alle Generationen zusammenbringt. Er lobt die gute Organisation und die Ehrenamtlichen, die die Besucher erschrecken. Denn sie achten darauf, dass der Grusel nicht zu heftig wird, gerade bei den Kindern, die das Ganze aus einer anderen Perspektive erleben als die Erwachsenen. Vor dem Betreten kann man wählen, wie intensiv das schaurig-schöne Erlebnis werden soll. Manchmal nehmen die Ehrenamtlichen auch die Masken ab, damit die Kinder die Menschen dahinter sehen. „Es ist kein Durchrennen, sondern ein spannendes Vortasten“, erzählt Fritzsche. „Man kann das nach und nach erkunden.“
Mit seinem Lob ist er nicht allein. „Man merkt, dass es von Mal zu Mal nicht nur größer, sondern auch professioneller wird“, sagt Jochen Eisemann.
„Das Anstehen lohnt sich auf alle Fälle.“ Eisemann ist bereits zum dritten Mal zum Grusel-Labyrinth gekommen – und hellauf begeistert, nicht zuletzt, weil man nie weiß, was einen als Nächstes erwartet. „Das sorgt für Blutdruck.“
Ihm gefällt, dass die Erschrecker sehr rücksichtsvoll sind und die Besucher als Gruppe durchs Labyrinth gehen dürfen. Die Licht- und Toneffekte sind für ihn ebenso „die Kirsche auf dem Sahnehäubchen“ wie die vielen Besucher, die verkleidet gekommen sind. Zu ihnen gehört auch Bürgermeister Sascha-Felipe Hottinger, der das Engagement der Ehrenamtlichen „einfach nur gigantisch“ findet: „Da wird richtig viel Professionalität an den Tag gelegt.“
Auch sonst hört man von den Besuchern am Samstagabend nur Positives. Was die jungen Leute vom Verein „Scholwenhopfer“ auf die Beine gestellt haben, findet Hannes Klier „echt super, richtig super“, auch wegen des Rahmenprogramms und der Gemeinschaft. „Man hat wirklich gemerkt, dass sie an alles gedacht haben.“
Einen enormen Aufwand hat auch Ralph Augenstein in Stein betrieben. Denn er legt großen Wert auf Details, wenn er jedes Jahr aufs Neue den Garten neben seinem Haus in ein schaurig-schönes Spukschloss verwandelt: mit Skeletten, Spinnennetzen und Gespenstern, mit einem großen Burgtor, einer gruseligen Tafelrunde, einem hölzernen Galgen und einem halboffenen Sarg, aus dem eine knöcherne Hand ragt.
Alles, was am Ortsausgang von Stein in Richtung Neulingen zu sehen ist, hat Augenstein selbst angefertigt und aufgebaut: in mühevoller Kleinarbeit, schon etliche Tage vor Halloween. „Der Kulissenbau ist einfach mein Ding“, sagt der Schreinermeister, der beim kreativen Arbeiten seiner Fantasie gern freien Lauf lässt.
Mit viel Liebe zum Detail
Angefangen hat alles vor rund 20 Jahren, als er für die Halloween-Party der Steiner Turngesellschaft seine erste Kulisse gebaut hat, damals mit relativ einfachen Mitteln. Mit der Zeit wurden die Arrangements immer aufwendiger und ausgefallener. Für den FC Kieselbronn hat Augenstein in den vergangenen Jahren die ganze Festhalle zuerst zu Halloween in ein Gruselschloss und anschließend in einen Weinbesen verwandelt.
Was aktuell neben seinem Haus steht, wurde speziell für den Außenbereich angefertigt: aus witterungsbeständigen Materialien, mit entsprechenden Lackierungen. Schon oft hat Augenstein beobachtet, dass Autos vor seinem Haus etwas langsamer fahren. Einige halten sogar an und steigen aus, um das gruselige Arrangement genauer zu betrachten oder Fotos zu machen. „Mich freut es, wenn die Leute Spaß daran haben.“ Stehen lassen will er seine aufwendige Dekoration noch bis zum nächsten Wochenende.
