Eisingen -  23.07.2020
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Wo es in Eisingen bei Hochwasser kritisch wird

Eisingen. Mit Blick auf die Starkregenereignisse der vergangenen Jahre in der Region hat die Gemeinde Eisingen bereits 2017/2018 ihre drei Hochwasserrückhaltebecken „Kuhställe“, „Mulde“ und „Knopfäcker“ durch das Fachingenieurbüro Wald + Corbe Consulting aus Hügelsheim einer „vertieften Überprüfung“ unterzogen und dabei Vorschläge zum Sanierungsbedarf und zur Verbesserung von deren Wirksamkeit erhalten.

Für die Gemeinde Eisingen herrscht laut Ingenieursbüro beim Hochwasserschutz Handlungsbedarf. Foto: Moritz
Für die Gemeinde Eisingen herrscht laut Ingenieursbüro beim Hochwasserschutz Handlungsbedarf. Foto: Moritz

In einem zweiten Schritt zum Thema „Starkregenrisikomanagement“ erstellte dieses Büro in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Enzkreis und der Gemeinde eine Gefährdungs- und Risikoanalyse mit Entwicklung eines entsprechenden Handlungskonzeptes zu starkregenbedingten Überflutungen über eine Fläche von 4,7 Quadratkilometern im Gemeindebereich. Diese Starkregenuntersuchung wurde jetzt vom Beratungsbüro dem Gemeinderat vorgestellt. Aufgrund einer Modellsimulation mit den drei Gefahrenszenarien „selten“, „außergewöhnlich“ und „extrem“ wurde eine geologische Gefahrenhinweiskarte erstellt. Auch wurden potenzielle Gefahren für Leib und Leben bei unterschiedlichen Überflutungstiefen und Fließgeschwindigkeiten dargestellt.

Nachbesserungsbedarf

Eine hohe Überflutungsgefährdung ergibt sich entlang der Talstraße, der Weberstraße sowie im Ortskern bis hin zur Bohrrainstraße. Nach dem Handlungskonzept „Bauliche Maßnahmen der Kommune“ muss beispielsweise bei den Einlaufschächten, die an den Ortsrändern die Regenwässer aus den Außenflächen der Gemarkung aufnehmen und in die Kanalisation ableiten (Verdolungseinläufe), ein Aufstau durch angeschwemmtes Material vermieden werden. Dies geschieht durch einen „räumlichen Rechen“ mit Grobrechen, Sedimentfang und Noteinlauf. Hier müsste beim Verdolungseinlauf Talstraße nachgebessert werden.

Als Eigenvorsorge für Grundstückseigentümer wird unter anderem empfohlen, durch Absperrungen und Barrieren den Starkregen am Haus vorbeizuleiten. Bürgermeister Thomas Karst sagte, dass die wegen der Corona-Pandemie entfallene Bürgerinformation über das Handlungskonzept nachgeholt werde. Auch werde das Informationsmaterial auf der Homepage der Gemeinde zur Verfügung gestellt und es könne auch im Rathaus eingesehen werden.

Autor: Manfred Schott