Heimsheim
Enzkreis -  22.02.2021
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Änderungen bei Mülltrennung: Kreistag stellt Abfallentsorgung im Enzkreis neu auf

Enzkreis. Es war eine zügige Sitzung ohne große Diskussion – von einigen verbalen Seitenhieben zwischen Mitgliedern der AfD und anderer Fraktionen abgesehen. Keine Sachvorträge oder Präsentationen, lediglich kurze Einführungen ins Thema und der Verweis auf die vorab erfolgten Entscheidungen im Umwelt- und Verkehrsausschuss. Damit hielten sich die Mitglieder des Kreistags gestern in der Kulturhalle an die Bitte von Landrat Bastian Rosenau. Präsenzsitzungen sollen in diesen Zeiten möglichst kurz gehalten werden.

In der Remchinger Kulturhalle wird mit Abstand und mit Maske getagt. Dennoch gibt es Kritik an der anberaumten Präsenzsitzung aus den Reihen des Kreistags. Foto: Lutz
In der Remchinger Kulturhalle wird mit Abstand und mit Maske getagt. Dennoch gibt es Kritik an der anberaumten Präsenzsitzung aus den Reihen des Kreistags. Foto: Lutz

Dennoch wurden Entscheidungen gefällt, die auf lange Sicht die Abfallentsorgung im Enzkreis auf neue Beine stellen soll. Und diese zukunftssicher machen.

Mülltrennung: Wie berichtet, kann die Mülltrennung im Enzkreis aus rechtlichen Gründen nicht mehr bleiben, wie sie seit 1992 gehandhabt wird. In langwierigen Verhandlungen hat der Enzkreis mit den Dualen Systemen Deutschland (DSD) einen Kompromiss ausgehandelt, dem die große Mehrheit der Kreistagsmitglieder zustimmen konnte. Damit steht nun endgültig fest: Das Trennsystem nach „Flach“ und „Rund“ ist bald Geschichte. Die Menschen im Enzkreis müssen sich umstellen. Das System soll Ende des Jahres umgestellt werden, was den Tausch von rund 70 000 Tonnen beinhaltet, und ab dem 1. Januar 2022 gelten. Ab dann gilt: Papier, Pappe und Kartonagen werden in einer weiterhin grünen Papiertonne gesammelt. Die übrigen Verpackungen inclusive Folien und Styropor kommen in eine gelbe Tonne, Altglas wird in einer zusätzlichen Tonne mit blauem Deckel abgeholt oder alternativ in einem blauen Korb eingesammelt. Glas kann weiterhin zusätzlich in den Sammelcontainern entsorgt werden. Die Kreisverwaltung erntete vor allem Lob für den Ausgang der Verhandlungen und sicherte zu, die gelbe Tonne, wie von den Grünen angeregt, zur Wertstofftonne weiterentwickeln zu wollen. Einige Kritikpunkte gab es dennoch: Ulrich Hagenbuch (FWV) fürchtet unter anderem, dass sich Fehlwürfe mehren könnten und die Müllgebühren trotz anderslautender Prognosen am Ende doch steigen könnten. Sowohl er als auch Hans Vester (SPD) und Erik Schweickert (FDP) sprachen mögliche Platzprobleme durch eine zusätzliche Tonne an. Klaus Fuchs (AfD) regte an, statt eines Tonnentauschs eine Umetikettierung prüfen zu lassen.

Deponie: Einstimmig wurde die letztmögliche Erweiterung (Abschnitt fünf) der Deponie Hamberg in Maulbronn durchgewunken. Somit kann in das Planfeststellungsverfahren eingestiegen werden. Sie soll die Entsorgung auf dem Gelände, das aktuell verfüllt ist, bis ins Jahr 2035 sicherstellen (die PZ berichtete). Einer Entsorgung von freigemessenen Abfällen aus dem Rückbau des Atomkraftwerks Philippsburg erteilten die Räte im gleichen Zuge eine Absage. In dieser Sache gehe es laut Rosenau nicht um eine „politische Debatte“, sondern um Tatsachen. Mangels des nötigen Abfallschlüssels und mangels Volumina könne der Enzkreis die betreffenden Abfälle nicht aufnehmen.

Impftaxen: Die FDP-Fraktion hatte beantragt, dass der Kreis sich um den Transport von Senioren zum Kreisimpfzentrum (KIZ) in Mönsheim kümmern soll. Hierzu solle das Landratsamt Verhandlungen mit lokalen Taxiunternehmen aufnehmen, um eine kostenlose oder zumindest kostengünstige Taxifahrt zum KIZ zu ermöglichen. Der Antrag hatte nicht mehr auf die Tagesordnung genommen werden können und soll bei der nächsten Sitzung des zuständigen Ausschusses im März behandelt werden.

Autor: Lisa Belle