Heimsheim
Enzkreis -  03.04.2020
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Ärzte und Verwaltung versuchen dem Corona-Virus durch Teamarbeit immer einen Schritt voraus zu sein

Pforzheim/Enzkreis. Schon seit Ende Februar treffen sich Vertreter der Kliniken, der niedergelassenen Ärzte, der Rettungsdienste sowie der Stadt- und der Kreisverwaltung mit dem Gesundheitsamt, um die Weichen für eine bestmögliche Betreuung von Menschen zu gewährleisten, die an Covid-19 erkranken. Die etwa 20 Mitglieder treffen sich zweimal pro Woche, wie das Landratsamt mitteilt – aber derzeit nur vor dem Bildschirm.

Ein Teil der Steuerungsgruppe medizinische Versorgung sitzt im Landratsamt, die anderen Mitglieder sind online zugeschaltet. Foto: Enz
Ein Teil der Steuerungsgruppe medizinische Versorgung sitzt im Landratsamt, die anderen Mitglieder sind online zugeschaltet. Foto: Enz

Der Gruppe gehören Chefärzte und leitende Mitarbeiter des Siloah-Krankenhauses, der Helios Klinik, der Enzkreiskliniken, der Arcus-Klinik, des Kinderzentrums Maulbronn und der Klinik Öschelbronn an, dazu eine Reihe von niedergelassenen Ärzten. Hinzu kommen die Integrierte Leitstelle, die Rettungsdienste und die beiden Verwaltungen von Pforzheim und dem Enzkreis.

„Wir versuchen, die Entwicklung ein Stück weit vorherzusehen und rechtzeitig die nächsten Schritte einzuleiten“, sagt Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamts. So habe man schon beim ersten Treffen den Bedarf an Schutz-Materialien abgefragt und Bestellungen über die beiden Verwaltungsstäbe angeregt – Material, das nun nach und nach einträfe. Die Corona-Ambulanz am Helios – eines der ersten Testzentren im Land – sei ebenso auf Initiative der Steuerungsgruppe zustande gekommen wie die neuen Infekt-Ambulanzen. „Das Besucher-Verbot in Krankenhäusern haben wir fast zwei Wochen vor dem entsprechenden Erlass des Landes diskutiert“, so Joggerst.

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Für besonders wichtig hält die Gesundheitsamts-Chefin den Austausch auf Augenhöhe: „Jeder stellt gerade seine eigenen Interessen hintenan, weil jeder weiß: Wir sind alle aufeinander angewiesen.“ Als Beispiel nennt sie die Absprache zwischen den Kliniken, schwer Erkrankte gerecht zu verteilen. Durch die Absage von geplanten Behandlungen bestünden in den Krankenhäusern uneingeschränkt Kapazitäten für die Versorgung von Notfällen aller Art.

„Die Kliniken sind sehr dankbar für die Entlastung durch die Hausärzte, die Infekt-Ambulanzen und die Testzentren“, sagt Joggerst. Gemeinsam mit den Sprechern der niedergelassenen Ärzteschaft hat sie ein Schreiben an alle Hausärzte verschickt. „Wir wollen, dass Verdachtsfälle und Covid-Erkrankte strikt von den normalen Patienten in den Hausarzt-Praxen getrennt werden“, beschreiben Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch und Landrat Bastian Rosenau die Zielsetzung.

Autor: enz