Heimsheim
Enzkreis -  19.11.2021
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Einbrecherbande verwüsten Vereinsheime in der Region und knacken Automaten

Enzkreis/Kreis Calw/Pforzheim. Der zweite Prozesstag gegen fünf junge Pforzheimer im Alter zwischen 19 und 23 Jahren, die wegen mehrfachem, schweren Bandendiebstahl und Einbrüchen in 15 Vereinsheime der Region vor dem Amtsgericht Pforzheim stehen, startete mit der Vernehmung einer Vielzahl geladener Zeugen.

Hookah hot coals on shisha bowl with black background. Stylish oriental shisha. Shisha Concept.
Das OLG Karlsruhe muss entscheiden, ob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Neonazi-Chefs erheben muss.

Bei diesen handelt es sich um Betreiber der Sportstätten, geschädigte Gastronomen oder Kriminalbeamte, die bei der Beweisaufnahme vor Ort oder in den weiteren Ermittlungsverlauf involviert waren.

Mit Hilfe der Aussagen der Kriminalbeamten konnten zunächst die Taten rekonstruiert werden. Ebenfalls wurden die Beschädigungen anhand von Lichtbildern für alle Anwesenden, teils erneut, teils zum ersten Mal, sichtbar. Die Täter hinterließen bei jedem ihrer Einbrüche eine Spur der Verwüstung, auch wenn sie teilweise nur Beute im niedrigen dreistelligen Bereich machen konnten. Nicht selten ließ sich die Summe des Sachschadens an Gebäuden, Fenstern, Türen und Einrichtung der betroffenen Vereinsheime auf einen mittleren vierstelligen Betrag feststellen.

Nicht immer konnten die Reparaturen sofort durchgeführt werden. In einem Fall wurde vom Zeugen geschildert, dass es bereits über zehn Einbrüche in das Vereinsheim gab. Hier könne man nicht immer alles reparieren. Man würde den Schaden mit eigener Kraft und handwerklich begabten Vereinsmitgliedern so richten, damit die Zweckmäßigkeit wieder erfüllt sei. Nach Vernehmung aller Zeugen war jedoch eins klar: Die Täter hatten es vermehrt auf Zigarettenautomaten und Dartspielautomaten abgesehen. Konnten diese während der Tat vorgefunden wurden, so wurden sie gewaltsam herausgerissen, aufgeknackt und geplündert. Ein Zeuge verließ den Gerichtssaal mit einem persönlichen Wort an die jungen Männer. „Es ist schon schade zu sehen, dass einer der Jungs sogar bei uns im Verein gekickt hat. Sowas erwartet man wirklich nicht.“

Nach einer kurzen Mittagspause wurde das Wort dann an die Jugendgerichtshilfe übergeben, die sich in persönlichen Gesprächen ein Bild von der familiären und finanziellen Situation sowie von den Motiven zu den Taten machen konnte. Hier wurden Geldnot, Langeweile, Neugier, Geldprobleme und Gruppendynamik von den Angeklagten als ausschlaggebend genannt. Auch Reue und Einsicht gegenüber der Einbrüche kam zur Sprache. So habe einer der Täter beim Gespräch vom größten Fehler seines Lebens gesprochen, andere hätten sich laut eigener Aussage nicht getraut, die Tat den Eltern zu gestehen, um diese nicht zu enttäuschen.

Zu einem Urteil konnten Staatsanwalt Lars Jaklin und Richterin Stephanie Gauß an diesem zweiten Prozesstag nicht kommen. Nächsten Dienstag wird jedoch nach den Plädoyers der fünf Verteidiger sowie dem des Staatsanwaltes der Richterspruch erwartet.

Autor: Elisa Hazeldine