Heimsheim
Enzkreis -  09.09.2022
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Enzkreis-Ausstellung zeigt Fotos aus einem Land in der Klimafalle

Enzkreis. Trostlos liegen tote, abgestorbene Baumstümpfe auf trockener Erde. Abenteuerlich und instabil wirkt die Konstruktion, mit der ein Mann in der gelben Abendsonne zahlreiche große Säcke auf seinem Moped über eine Straße transportiert, die mitten durch saftiges Grün in die Unendlichkeit zu führen scheint. Dunkel und bedrückend sieht es in der Lagerhalle aus, in der Menschen die schmutzigen Stücke bis unters Dach übereinanderstapeln.

Beeindruckende Bilder: Angela Gewiese von der Stabsstelle Klimaschutz und Kreise ntwicklung hängt die Fotos für die Ausstellung im Foyer des Landratsamts in Pforzheim auf. Dieses hier zeigt eine mit Holzkohle befeuerte Straßenküche.
Beeindruckende Bilder: Angela Gewiese von der Stabsstelle Klimaschutz und Kreise ntwicklung hängt die Fotos für die Ausstellung im Foyer des Landratsamts in Pforzheim auf. Dieses hier zeigt eine mit Holzkohle befeuerte Straßenküche.

Es sind beeindruckende Bilder, die derzeit im Foyer des Landratsamts zu sehen sind. Sie stammen aus Tansania in Afrika – und damit aus einem Land, das besonders stark vom Klimawandel betroffen ist. Es leidet unter der globalen Erwärmung, unter Dürre und Überschwemmungen.

Mit verantwortlich dafür ist die starke Abhängigkeit von Holzkohle. Ihre Herstellung und Verwendung stehen im Mittelpunkt der Ausstellung des Fotografen Imani Nsamila, die noch bis Ende September im Landratsamt zu sehen ist.

Den Enzkreis verbindet eine Partnerschaft mit dem tansanischen Bezirk Masasi, Angela Gewiese von der Stabsstelle Klimaschutz und Kreisentwicklung ist zugleich ehrenamtliche Vorsitzende des Partnerschaftsvereins und hat die bundesweite Ausstellung hergeholt. "Man bekommt hier einen realistischen Eindruck vom Leben der Menschen in Tansania", sagt Gewiese, die aus eigenen Besuchen in dem Land weiß: Was die 24 Bilder zeigen, ist authentisch.

Ausstellung bis Ende September geöffnet

Im Mittelpunkt stehen der Prozess und die Folgen der Holzkohleherstellung. Obwohl sie in Tansania offiziell eigentlich verboten ist, wird sie praktiziert – und von den Behörden geduldet. Denn Holzkohle stellt für die einfache Bevölkerung oft die einzige verfügbare Energiequelle dar. Die Ausstellung zeigt den Weg der Kohle vom lebenden Baum bis zum Verbrennen in kleinen, einfachen Öfen.

Zu sehen sind unter anderem ein abgeholztes Stück Wald, Köhler bei der Arbeit und große Säcke voller Kohle, die auf den Straßen mit Mopeds und Fahrrädern transportiert werden. In Dar es Salaam gelangt sie zu Lagerstellen und Verladehallen, bevor sie auf kleinen Märkten verkauft wird – oft an Frauen, die sie in kleinen Eimern transportieren.

Gewiese freut sich, die Ausstellung auch der Delegation aus Masasi Stadt und Distrikt zeigen zu können, die am 18. September im Enzkreis eintreffen wird. Anlass dafür ist der Deutsch-Afrikanische Kommunalkongress in Dresden. Verwaltungschefs aus Masasi kommen zudem vom 23. bis 26. September in den Enzkreis.

Die Öffentlichkeit kann die Ausstellung bis Donnerstag, 29. September, zu den Öffnungszeiten des Landratsamts besuchen. Ein Fotoverkauf nach dem Ende soll Geld für ein Bienenzuchtprojekt im Süden Tansania aufbringen, das den Menschen einen Nebenerwerb ermöglichen soll.

Autor: Nico Roller