Heimsheim
Enzkreis -  15.07.2020
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Forstbehörde des Enzkreises äußert sich zum geplanten FFH-Gebiet Pfinzgau Ost – mehrere Komunen betroffen

Enzkreis. Ende Juli soll der Managementplan für das FFH-Gebiet Pfinzgau Ost in die sogenannte Offenlage gehen. Bis dahin müssen alle Beteiligten ihre Stellungnahmen abgegeben haben. Am Beispiel der Weinbaugemeinde Keltern und der dortigen Darstellung im Gemeinderat hatte die Redaktion jüngst bereits Beispiele genannt, wo es im Kontext von Erhaltungs- und Entwicklungszielen zu Spannungsfeldern kommen kann.

Exkursion in den Wald: Das FFH-Gebiet Pfinzgau Ost wurde seinerzeit der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Forst bei Keltern präsentierten die Behörden im Jahr 2016 die Grundzüge des Projekts. Nun geht es um den Managementplan. Fotos: Marx, Archiv
Exkursion in den Wald: Das FFH-Gebiet Pfinzgau Ost wurde seinerzeit der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Forst bei Keltern präsentierten die Behörden im Jahr 2016 die Grundzüge des Projekts. Nun geht es um den Managementplan. Fotos: Marx, Archiv

Ein größer Teil des Gebiets Pfinzgau Ost betrifft allerdings den Wald. Deshalb fragte die „Pforzheimer Zeitung“ auch bei der Forstbehörde des Enzkreises nach.

Der stellvertretende Forstamtsleiter Andreas Roth nahm wie folgt Stellung und verdeutlicht die Dimension: „Nachdem die Ausweisung der FFH-Gebiete nun bereits einige Jahre zurückliegt, werden aktuell die noch fehlenden Managementpläne fertiggestellt. Waldflächen sind in den einzelnen FFH-Gebieten unterschiedlich stark betroffen. Im FFH-Gebiet Pfinzgau Ost liegen rund zwei Drittel der Fläche, insgesamt etwa 1200 Hektar innerhalb Waldes.“ Es seien, so Roth, Kommunal-, Staats- und in geringem Umfang Privatwälder betroffen. Der stellvertretende Forstamtsleiter weiter: „Im Managementplan-Entwurf wird deutlich, dass die naturale Situation im Gebiet sehr gut ist. Zahlreiche seltene, gefährdete sowie geschützte Arten und Pflanzengesellschaften finden in unseren Wäldern Lebensraum.“

Flächenmäßig am bedeutsamsten seien die Waldmeister-Buchenwälder, die auf über 650 Hektar vorkämen. Aber auch seltenere Lebenraumtypen wie Orchideen-Buchenwälder seien vorzufinden. Die biologische Vielfalt und Wertigkeit dieser Wälder sei das Ergebnis nachhaltiger und pfleglicher Forstwirtschaft. Im laufenden Prozess sei es, so Roth, für das Forstamt wichtig, „durch eine kluge Kombination unterschiedlicher Maßnahmen einerseits die bestehenden Naturgüter zu bewahren und andererseits durch eine rücksichtsvolle Bewirtschaftung neue Dinge zu entwickeln“. Um dies dauerhaft zu gewährleisten, müsse es auch künftig für die Waldbesitzer interessant sein, ihren Wald zu bewirtschaften. Beispielsweise würden nur dann dauerhaft großer Aufwand und hohe Kosten zur Entwicklung hochwertiger und artenreicher Eichenwälder in Kauf genommen, „wenn am Ende die wertvollen dicken Eichen auch genutzt werden können und so der regional und nachhaltig gewachsene Rohstoff Holz auch künftig bereitgestellt wird“, so die Darstellung von Roth.

Autor: mar