Heimsheim
Enzkreis -  23.11.2021
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Junge Männer wegen Einbrüchen in 15 Vereinsheime in der Region verurteilt

Enzkreis/Kreis Calw/Pforzheim. Ein Urteil für die fünf Einbrecher im Alter zwischen 19 und 23 Jahren, welche es auf 15 Vereinsheime der Region abgesehen hatten, unter anderem in Birkenfeld, Schwarzenberg, Langenalb und Illingen, konnte am dritten Prozesstag verkündet werden.

Das Strafmaß für die fünf Angeklagten fiel unterschiedlich aus. Brian Jackson/stock.adobe.com (Symbolbild)
Das Strafmaß für die fünf Angeklagten fiel unterschiedlich aus. Brian Jackson/stock.adobe.com (Symbolbild)

Am Dienstag kamen ein letztes Mal die jungen Männer aus Pforzheim gemeinsam mit ihren Verteidigern im Amtsgericht zusammen. Schnell konnte eine Lösung für einen der Angeklagten gefunden werden. Er äußerte mit seinem Verteidiger die Bitte, das Verfahren gegen ihn wegen zweifachem, schwerem Bandendiebstahl in Tateinheit mit Sachbeschädigung einzustellen, wenn eine Geldzahlung geleistet werde. Dieser Bitte wurde stattgegeben, sodass der 22-Jährige und sein Verteidiger den Gerichtssaal schon 15 Minuten nach Beginn der Verhandlung wieder verlassen konnten.

Bei den Plädoyers hatte dann zunächst Staatsanwalt Lars Jaklin das Wort. Er verteidigte den Standpunkt, dass einige Aussagen, die in den letzten zwei Verhandlungstagen von den Angeklagten getätigt wurden, reine Schutzbehauptungen gewesen seien. Zudem könne laut seiner Einschätzung eine der von ihm vorgeschlagenen Strafen nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden, da jener Angeklagte bereits vorbestraft ist und bei allen Taten dabei war.

Einbrecher entschuldigen sich bei den Vereinen

Nach den Darlegungen durch die Staatsanwaltschaft hatten die Verteidiger die Möglichkeit, das angemessene Strafmaß aus ihrer Sicht zu schildern. Hierbei wurde klar, dass die Angeklagten den Willen haben, sich bei den geschädigten Vereinen zu entschuldigen und eine Art der Wiedergutmachung vorschlagen wollen.

Ebenso wurde darauf hingewiesen, dass keiner der fünf Angeklagten nach den Einbrüchen in die Vereinsheime nochmals straffällig wurde und die Entwicklung der jungen Männer sich seit den Taten im Jahr 2019 positiv gestaltet habe. Jeder der fünf Angeklagten habe sich mit der Situation beschäftigt und sei sich inzwischen sehr wohl über die Auswirkungen bewusst, so sind sich alle Verteidiger einig.

Einig waren sie sich auch über das Strafmaß, sodass zwei der vier Verteidiger auf eine Verwarnung plädierten, einer auf einen Freispruch und der letzte auf eine Jugendstrafe, welche zur Bewährung ausgesetzt werden solle.

Ein Angeklagter freigesprochen

Vor der Urteilsberatung hatten die Angeklagten das letzte Wort. Diese Chance nutzen alle vier, um sich nochmals für ihre Tat zu entschuldigen. Nach einer kurzen Pause wurde dann das Urteil von Richterin Stephanie Gauss gesprochen. Ein Angeklagter wurde aufgrund der mangelnden Beweislage freigesprochen.

Zwei der drei verbleibenden Angeklagten wurden in sieben beziehungsweise zwölf der 15 Fälle wegen schweren Bandendiebstahls in Tateinheit mit Sachbeschädigung zu einer Jugendstrafe von jeweils einem Jahr und zwei Monaten verurteilt – ausgesetzt zur Bewährung.

Der letzte junge Mann wurde aufgrund seiner einschlägigen Vorstrafen zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Der entstandene Sachschaden wird unter dem Trio aufgeteilt, sodass sie zusätzlich zur Bewährungsstrafe noch eine niedrige, fünfstellige Geldsumme zahlen müssen.

Autor: Elisa Hazeldine