Heimsheim
Enzkreis -  05.12.2021
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Klamme Kirchenkassen sorgen für neue Gedanken und Wege

Enzkreis. Auf magere Jahre müssen sich die evangelischen Kirchengemeinden in der Region einstellen, wie die Online-Herbsttagung der Bezirkssynode Badischer Enzkreis zeigte: Bedingt durch den gesellschaftlichen Wandel, einen Mitgliederrückgang und gleichzeitig anstehende Sanierungen muss die Landeskirche künftig mit weniger finanziellen Mitteln, weniger Personal und Gebäuden auskommen, weshalb die Landessynode in ihrem Strategieprozess „EKIBA 2032 – Kirche zukunftsfähig gestalten“ die Bezirke dazu aufgerufen hat, vor Ort nach passenden Lösungen und neuen Wegen zu suchen. „Aber wirtschaftlich mager heißt nicht gleichzeitig geistig magerer – im Gegenteil“, verdeutlichte die Vorsitzende der Bezirkssynode Ute Schlumberger-Maas gleich zu Beginn des Austauschs mit 45 Pfarrern und Kirchenvertretern aus der Region

Kirche neu gedacht haben in Kieselbronn und Dürrn bereits Pfarrer Markus Mall (links) und Diakon Raphael Beil, die mit ihrem corona-konformen Traktorgottesdienst an mehren Stellen der Gemeinden Halt machten. Foto: Beil
Kirche neu gedacht haben in Kieselbronn und Dürrn bereits Pfarrer Markus Mall (links) und Diakon Raphael Beil, die mit ihrem corona-konformen Traktorgottesdienst an mehren Stellen der Gemeinden Halt machten. Foto: Beil

Die landesweite Zielvorgabe der Transformation und Reduktion, die gebäudemäßig Kirchen ebenso betreffe wie Gemeinde- und Pfarrhäuser sowie Kindergärten, präsentierten Matthias Kreplin und Florian Hahnfeldt vom Evangelischen Oberkirchenrat. „Kernakteure sind die Kirchenbezirke, die ihr ganz individuelles Konzept erarbeiten sollen – und dabei die Chance haben, Kirche neu zu denken und zu entwickeln“, verdeutlichet Hahnfeldt. Lieber fange man früh an zu planen und spare etwas mehr, um Freiräume für andere innovative Impulse zu haben, so Kreplin: „Das kann auch mal heißen: Bänke raus und das Kirchengebäude multifunktional nutzen.“

Dekan Christoph Glimpel erklärte die erste grobe Zielrichtung: Zum einen wolle man eine Profilierung durch Konzentration erreichen, sich aus der Umkehr heraus wieder mehr aufs Wesentliche konzentrieren. Ansprechpartner vor Ort werden im Zuge des zu erwartenden Personalmangels nicht immer nur Pfarrer und Diakone sein, CVJM-Referenten oder Sozialpädagoginnen mit einem Herz für Jesus seien ebenso geeignete Berufsgruppen.

An den Pfarrberuf gebundene Aufgaben würden verstärkt in regionaler Zusammenarbeit wahrgenommen. Dies solle Synergien bieten.

Autor: Julian Zachmann