Heimsheim
Enzkreis -  03.04.2020
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Nach verbaler Attacke von Hück: Paul Renner und zwei Enzkreis-SPDler schütteln die Köpfe

Enzkreis. Jetzt äußert sich auch Paul Renner zum Zoff in der SPD. Es waren schwere Vorwürfe, die der Stadtrat Uwe Hück vor Kurzem gegen den SPD-Chef im Enzkreis erhob. Hück forderte sogar den Ausschluss des Kreisvorsitzenden aus der Partei. Der Grund für den Vorstoß war eine vorausgegangene Kritik von Renner am Vorsitzenden der Pforzheimer SPD, Christoph Mährlein. Dieser hatte öffentlich den Termin für die Nominierung der Bundestagskandidaten am 26. Juni wegen der Corona-Krise in Frage gestellt. Etwas, das Renner lieber intern besprochen hätte. Hück warf ihm daraufhin Unmenschlichkeit vor. Rückendeckung erhält Renner vom ehemaligen SPD-Landtagsabgeordneten des Enzkreises, Thomas Knapp, und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Hans Vester.

Foto: Adobe Stock
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„Ich werde mich nicht auf die gleiche Ebene begeben“ sagt Renner und zeigt Unverständnis darüber, „wie Hück mich beschimpft hat.“ Er sieht in den neuen öffentlichen Attacken einen Vertrauensbruch zwischen Enzkreis und Pforzheim. „Es gab eine Verabredung im Februar, dass wir solche Dinge nicht mehr öffentlich machen“ sagt Renner: „Jetzt haben es die Pforzheimer trotzdem gemacht.“ Dass dabei auch Informationen aus internen E-Mails an die Öffentlichkeit weitergegeben wurden, dahinter vermutet Renner Kalkül: „Da kann man sich seinen Teil dazu denken.“

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Der Termin für die Nominierung der Bundestagskandidaten stehe bei seiner Kritik nicht im Vordergrund. „Es geht nicht darum, am Termin festzuhalten, sondern wie man kommuniziert“, so Renner. Sein Vorschlag sei gewesen, dass sich Stadt- und Enzkreis-SPD am 20. April zusammensetzen und intern beraten, wie es weitergeht. Bis dahin hätte es eventuell auch weitere Informationen vom Bund in Sachen Kontaktverbot gegeben.

Thomas Knapp, Kandidat der Enzkreis-SPD für die letzte Landtagswahl, springt Renner zur Seite: „Ich finde das Verhalten von Uwe Hück völlig daneben. So einen blöden Lautsprecher brauchen wir nicht in der Partei.“ Er hoffe, dass die Pforzheimer SPD bei der Wahl zur Vernunft komme und dem ein Ende bereite.

Den Termin am 26. Juni halte er trotz des Verbots der öffentlichen Veranstaltungen bis 15. Juni für realistisch. „Die Mitgliederversammlungen in den Ortsverbänden können zeitgleich stattfinden“, so Knapp.

Als „Streit zum absolut falschen Zeitpunkt“ bezeichnet der Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag, Hans Vester, die Querelen in seiner Partei: „Die Bürger haben gerade andere Sorgen.“ Er unterstütze Renner, die Kritik an dessen E-Mail sei eine „völlige Überreaktion“ vonseiten Hücks. „Diese persönlichen Angriffe von Hück stellen seine Kandidatur für die Bundestagswahl durchaus in Frage“, sagt Vester: „Das ist schon fast unverschämt.“ Renners Rundmail, in der er das Vorpreschen von Mährlein an die Öffentlichkeit vor einer internen Absprache kritisiert habe, gebe keinerlei Anlass zu solch „frechen“ Äußerungen. Der Fraktionsvorsitzende zeigte sich enttäuscht darüber, dass das Verhältnis in der SPD zwischen Stadt und Kreis darunter leide.

Autor: heg