Heimsheim
Enzkreis -  07.04.2020
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Nachschub an Masken für Altenheime in der Region kaum geordert – Einrichtungen auf sich gestellt?

Enzkreis/Pforzheim. Versagen Bund und Land gerade auf ganzer Linie, was die Beschaffung und Verteilung der nötigen Schutzausrüstung für Altenheime betrifft? Zumindest drängt sich dieser Eindruck auf, wenn man sieht, wie verzweifelt Heime derzeit versuchen, Mundschutz, Masken, Kittel und Co. aufzutreiben – jetzt, wo ihre üblichen Lieferfirmen keinen Nachschub mehr organisieren können. Auch die Reaktionen auf einen PZ-Bericht über den Notstand werfen ein bezeichnendes Schlaglicht auf die Lage

Im Seniorenzentrum Paul Gerhardt in Pforzheim haben die Mitarbeiterinnen Klaudia Kögel, Sabine Wopat und Jenny La Leggia (von links) die Cafeteria zur Nähstube umgewandelt, um dort selbst Schutzkittel und Mundschutz herzustellen.
Im Seniorenzentrum Paul Gerhardt in Pforzheim haben die Mitarbeiterinnen Klaudia Kögel, Sabine Wopat und Jenny La Leggia (von links) die Cafeteria zur Nähstube umgewandelt, um dort selbst Schutzkittel und Mundschutz herzustellen.

Es gibt viel Hilfsbereitschaft, Angebote und kreative Ideen – aber kaum geordneten Nachschub, der zuverlässig verteilt wird. „Es kann doch nicht sein, dass in der Beschaffung jeder zum Glücksritter wird“, meint Frank-Johannes Lemke, Chef der Caritas, die in Pforzheim und Neuhausen vier Einrichtungen betreibt. Er betont aber auch, wie dankbar er für jede einzelne Unterstützung sei.

Nach dem PZ-Bericht über die Probleme haben sich bei ihm umgehend Vertreter der örtlichen Politik gemeldet: So stellte der frühere Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) einen Kontakt zu einem Lieferanten aus Baden-Württemberg her. Innerhalb kürzester Zeit habe die Caritas so 2000 Atemschutzmasken erhalten. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum organisierte einen weiteren Kontakt, sodass nun auch eine Lieferung von Schutzanzügen verbindlich zugesichert sei. Und die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast wolle die „zum Teil desorganisierte Zuteilung“ in die Gremien des Bundestags einbringen.

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Aus einer anderen Richtung erhielt Monika Tassotti, Leiterin des Pforzheimer Paul-Gerhardt- Heims, Unterstützung. Ein Unternehmer aus dem Enzkreis informierte sie, dass er seine geschäftlichen Kontakte nach China genutzt und in großer Zahl professionelle Masken bestellt habe. Er bot ihr eine größere Menge an, sollte die Lieferung wie geplant eintreffen. „Das wäre eine große Hilfe für uns“, so die Heimleiterin.

Mehr lesen Sie am Mittwoch, 8. April, in der Pforzheimer Zeitung oder im E-Paper unter www.pz-news.de

Autor: sab