Heimsheim
Enzkreis -  28.07.2020
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Naturschutz und Garten sollen im Einklang stehen: Verbot von Schottergärten schlägt Wellen in der Region

Enzkreis/Kieselbronn. Das Verbot von Schottergärten als Teil des neuen Naturschutzgesetzes in Baden-Württemberg schlägt auch im Kreis der PZ-Leserschaft Wellen und trifft dabei auf ein durchaus unterschiedliches Echo. Während sich einige darüber freuen, dass durch das Biodiversitätsstärkungsgesetz im Zuge der Weiterentwicklung des abgebrochenen Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ nun unterstrichen wird, was auch vorher im Südwesten politisch schon nicht gewollt war, mahnen andere zu einer differenzierten Sichtweise.

Beim Büro Gartenspielraum aus Karlsruhe weist man darauf hin, dass es auch ökologisch wertvolle Steingärten gibt. Dieses Bild entstand bei der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn. Foto: Stella Friede
Beim Büro Gartenspielraum aus Karlsruhe weist man darauf hin, dass es auch ökologisch wertvolle Steingärten gibt. Dieses Bild entstand bei der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn. Foto: Stella Friede

Zur Erinnerung: Das baden-württembergische Umweltministerium weist darauf hin, dass die Regelung an sich bereits seit Mitte der 1990er-Jahre existiert. Es werde nun nur nochmals unterstrichen, was ohnehin gelte. Bestandsschutz könnten demnach nur Anlagen haben, die vor der erwähnten Regelung in der Landesbauordnung errichtet wurden. Das Wirtschaftsministerium geht hingegen von einem umfassenden Bestandsschutz aus. Vermutlich wird im Klagefall ein Gericht eine richtungsweisende Entscheidung treffen müssen.

Verantwortung für alle

Einen differenzierten Umgang mit Schottergärten fordert Kieselbronns Bürgermeister Heiko Faber. Es gebe nicht nur tote Schotterwüsten, sondern durchaus auch beachtenswerte Steingärten. Eine Thematik, die jüngst auch eine Rolle im Kieselbronner Amtsblatt gespielt hat. Dort wird einerseits auf die rechtlichen Grundlagen und die kritische Haltung des Landes und des Landesnaturschutzverbandes verwiesen, andererseits auf interessante Anlagen aufmerksam gemacht.

Hierzu der Bürgermeister:

„Die derzeit mit der Gestaltung des Außenspielgeländes des Kindergartens Regenbogen betraute Firma Gartenspielraum aus Karlsruhe ist auch auf das Thema Steingärten spezialisiert und Mitglied im Verein Naturgarten. Dieser Verein hatte bei der Bundesgartenschau in Heilbronn in seinem Schaugarten aufgezeigt, wie ein Steingarten mit einer mageren Staudenpflanzung optisch attraktiv gestaltet werden kann, damit dieser biodivers ist.“

Faber hatte manch Anregung von Diplom-Ingenieurin (FH) Stella Friede bekommen. Die Landschaftsarchitektin AKBW des Büros Gartenspielraum unterstreicht: „Nährstoffarme Substrate aus Kies- oder Schottergemischen mit sandigen Feinanteilen sind ein idealer Standort für trockenheitsverträgliche, heimische Wildkräuter, die vielen Insekten Nahrung und Lebensraum bieten. Da sie wenig gegossen werden müssen, sind sie tatsächlich pflegeleicht.“

Mehr lesen Sie am Mittwoch, 29. Juli, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: mar