Heimsheim
Heimsheim -  07.09.2026
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Sinkende Kinderzahlen und der Sanierungsbedarf: Heimsheim diskutiert über Zukunft seiner Kindergärten

Heimsheim. Die Heimsheimer Kindergärten sorgen in der Schleglerstadt und im Gemeinderat immer wieder für Diskussionsstoff. Nicht nur bei den künftigen Belegzahlen scheiden sich die Geister, sondern an so manchen Gebäuden nagt obendrein auch der Zahn der Zeit. Gibt es aufgrund der Belegzahlen künftig Handlungsbedarf? In dieser Frage gehen die Meinungen mehr als weit auseinander.

Wie geht es mit den Heimsheimer Kindergärten, hier die Kindertagesstätte Bloßenberg, weiter? Besteht aufgrund der Kinderzahlen Handlungsbedarf?
Wie geht es mit den Heimsheimer Kindergärten, hier die Kindertagesstätte Bloßenberg, weiter? Besteht aufgrund der Kinderzahlen Handlungsbedarf? Foto: Fux

SPD-Gemeinderätin Doro Moritz setzte sich in den Sommerferien hin und rechnete die Zahlen zusammen, die PZ-news vorliegen. Wenn es nach der Rechnung der SPD-Frau geht, dann werde der Kindergarten Bloßenberg in drei Jahren nicht mehr gebraucht. „Aus den Geburtenzahlen habe ich die Einschulungen berechnet“, so Moritz gegenüber der PZ. Danach würden in den Schuljahren 2026/27 und 2027/28 143 Kinder schulpflichtig, verließen also den Kindergarten. „In den Kindergartenjahren 2026/27 und 2027/28 werden 104 Kinder als Dreijährige in den Kindergarten aufgenommen“, verweist Moritz auf eine Differenz von 39 Kindern. Im Schuljahr 2028/29 werde der Geburtenlehrgang 2021/22 mit 75 Kindern eingeschult. Dem Jahrgang stehe die Aufnahme in den Kindergarten des Geburtsjahrgangs 2025/26 gegenüber. Da sollen bis einschließlich Mai 56 Kinder geboren worden sein.

„Das sind durchschnittlich sechs pro Monat. Selbst wenn von Juni bis August weitere 18 Kinder geboren wurden, sind es insgesamt 74 Kinder, also nicht mehr Kinder als eingeschult werden. Ich sehe keinen Grund zur Annahme, dass in Heimsheim entgegen dem bundesweiten Trend mehr Kinder geboren werden“, betont Moritz.

Immer weniger Kinder?

Bei der Berechnung der Kapazitäten rechnete die Heimsheimer Stadträtin je Kindergartengruppe mit 22 Kindern. Ihr Fazit fällt nüchtern aus: „Wir haben schon zum Schuljahr 27/28 rund 40 Kinder weniger. Der Kindergarten Bloßenberg ist für 2,5 Gruppen ausgelegt. Derzeit ist der Kindergarten mit zwei Gruppen belegt, die nicht ganz voll sind. Die Idee, die Kinder mittelfristig in zwei Einrichtungen zusammenzufassen – Eulenstraße und Heerstraße und drei Gruppen in der Heerstraße anzubauen, ist vom Bedarf unnötig. Ein dreigruppiger Anbau wird nach den vorliegenden Zahlen nicht benötigt, auch nicht, wenn der Lailberg ebenfalls geschlossen werden sollte“, unterstreicht Moritz, die kritisiert, dass die Zahlen von der Verwaltung nicht offengelegt würden.

Dies sah die Heimsheimer Bildungsamtsleiterin Klara-Sophie Schüßler bereits in der letzten Gemeinderatssitzung völlig anders: „Die Geburtenrate ist dieses Jahr höher als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Schüßler verwies auf Geburtenzahlen wie vor Corona – auch gebe es keine demografische Delle. Die Amtsleiterin sieht aufgrund der aktuellen Kinderzahlen Handlungsbedarf, machte aber auch klar: „Wir haben keine Glaskugel um die Kinderzahlen vorauszusehen.“

Auslöser der Diskussion ist der Kindergarten Bloßenberg. Dort wurde jüngst Schimmel vermutet. Raumluftmessungen und ein Schadstoffgutachten sorgten zwar für Entwarnung. Doch dies ändert für Bauamtsleiter Andor Varszegi nichts am Gesamtzustand des Gebäudes, das in die Jahre gekommen sei.

Mögliche Zusammenlegungen

Er sieht nicht nur bei der Kindertagesstätte Bloßenberg Handlungsbedarf, sondern in der Zukunft auch bei weiteren Heimsheimer Kindergärten. So legte der Bauamtsleiter dem Stadtrat jüngst eine Machbarkeitsstudie vor, die mittel- und langfristig mehrere Kindergärten beim Kindergarten Heerstraße durch einen Anbau vereinen soll.

Die Idee und die Ausführungen fanden im Rat vielseitige Beachtung und Zustimmung. Doch gibt es auch Stimmen, wie die von Doro Moritz, die an der Notwendigkeit zweifeln, weil es künftig weniger Kinder in Heimsheim geben soll.

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