Heimsheim
Enzkreis -  18.07.2021
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Spannender Vortrag zur Kriminalitätsprävention an der Verbandsschule im Biet

Enzkreis. Dicke Autos, in jedem Arm ein Mädchen und es dabei mit den Gesetzen nicht ganz so genau nehmen: Was in vielen Rap-Songs locker, cool und vermeintlich erstrebenswert daherkommt, sieht in der Realität ganz anders aus. Wer könnte hiervon besser berichten als Maximilian Pollux vom Mainzer Verein SichtWaisen, der auf Einladung von Schulsozialarbei-terin Madeleine Nitsche vom Verein miteinanderleben an der Neuhausener Verbandsschule im Biet zu Gast war. Authentisch und fesselnd berichtete Pollux den Neuntklässlern in einem Workshop zur Kriminalprävention von seinem schleichenden Weg in die Kriminalität.

Anschaulich berichtet Maximilian Pollux anhand seiner eigenen Vita den Neuntklässlern an der Verbandsschule im Biet von den Gefahren eines kriminellen Lebensstils. Foto: Bischoff-Krappel
Anschaulich berichtet Maximilian Pollux anhand seiner eigenen Vita den Neuntklässlern an der Verbandsschule im Biet von den Gefahren eines kriminellen Lebensstils. Foto: Bischoff-Krappel

Ersten Ladendiebstählen im Alter von 13 Jahren folgten bezahlte Drogenkurierdienste für den Onkel, der bewusst seinen strafunmündigen Neffen für diese Taten missbrauchte. „Ich habe meinen Onkel geliebt und fühlte mich wichtig und erwachsen“, schilderte Pollux einen der Beweggründe, warum Jugendliche kriminell werden. Dass das Bedürfnis nach Respekt, Zugehörigkeit, Autonomie und vermeintlich leicht verdientem Geld, das häufig am Beginn einer kriminellen Karriere steht, auf Dauer nicht gestillt wird, zeigte die weitere Vita des Referenten auf: Mit 14 Jahren kam es zur ersten Hausdurchsuchung, Jugendarrest, Schulabbruch, Rauswurf zuhause, Mitwirkung bei einer gefährlichen Gewalttat und Flucht folgten. Fazit: Mit 21 Jahren landete Maximilian Pollux für annähernd zehn Jahre im Gefängnis. „Kriminalität ist das Härteste, was Du Dir zum Geld verdienen aussuchen kannst“, nahm Pollux am Beispiel seines Lebenslaufs eine deutliche Entglorifizierung des kriminellen Lebensstils vor. Zudem schilderte er den Schülern eindringlich, was ein Straftäter für sein familiäres Umfeld bedeutet. „Die, die Euch lieben, werden leiden“, so der 38-Jährige.

Autor: Britta Bischoff-Krappel