Heimsheim
Enzkreis -  23.06.2022
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Tag der offenen Gartentüre lädt zum Entdecken privater Gärten im Enzkreis ein

Enzkreis. Weiße und rote Rosen ranken sich an Torbögen entlang, die Taglilien präsentieren sich in voller Blüte, die Hortensien stehen kurz davor. Die Johannisbeere verströmt einen würzigen Geruch, die Nachtviole riecht wie Parfum. Stühle laden zum Verweilen ein, in einer Hütte werden Dekorationsideen gezeigt, an der Tür einer anderen steht „Gugg nei“ geschrieben. Zusammen mit ihrem Mann investiert Birgit Dharsono viel Zeit und Arbeit in ihren kleinen, aber feinen Garten in Niebelsbach. Am Sonntag wird sie ihn der Öffentlichkeit zugänglich machen. Zum ersten Mal nimmt sie am Tag der offenen Gartentür teil.

Freuen sich auf Sonntag: Bernhard Reisch (von links), Corinna Benkel, Rolf Heinzelmann, Birgit Dharsono, Jürgen Metzger, Karen Prem und Roland Keller. Foto: Roller
Freuen sich auf Sonntag: Bernhard Reisch (von links), Corinna Benkel, Rolf Heinzelmann, Birgit Dharsono, Jürgen Metzger, Karen Prem und Roland Keller. Foto: Roller

Getragen vom Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft (LOGL), vor Ort von Landratsamt und Stadt zusammen mit dem Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine organisiert, werden bei der landesweiten Aktion in Pforzheim und dem Enzkreis mehr als 20 Gartenbesitzer von 11 bis 17 Uhr Besucher einen Blick in ihre grünen Wohlfühloasen werfen lassen. Damit ist man laut Corinna Benkel landesweit mit Abstand die Region mit den meisten Teilnehmern. In den Jahren vor Corona hat die Leiterin des Enzkreis-Landwirtschaftsamts ein großes Interesse an der Aktion beobachtet und geht davon aus, dass das dieses Mal nicht anders sein wird – vorausgesetzt natürlich, das Wetter spielt mit. Sie hofft, dass die Menschen dazu animiert werden, sich um ihren Garten zu kümmern anstatt ihn mit Schotter zu bedecken.Denn Schottergärten tragen laut Benkel nichts zur Biodiversität bei, produzieren keinen Sauerstoff und fangen keinen Staub ein. Der Tag der offenen Gartentür biete Gelegenheit, sich Inspiration für das eigene Grundstück zu holen, neue Pflanzen und Kombinationsmöglichkeiten kennenzulernen, sagt Jürgen Metzger, der am Sonntag selbst unterwegs sein wird. Der Vorsitzende des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine betont, Gartenkultur sei sehr vielfältig. „Man sollte es kaum für möglich halten, wo sich überall außergewöhnliche Gärten befinden.“ Ein Drittel der diesjährigen Teilnehmer hat schon einmal beim Tag der offenen Gartentür mitgemacht, zwei Drittel sind neu. Genau diese Mischung mache die Aktion so besonders, sagt Bernhard Reisch, Fachberater für Obst- und Gartenbau beim Enzkreis-Landwirtschaftsamt.

Zusammen mit seiner städtischen Kollegin Karen Prem vom Grünflächen- und Tiefbauamt ist er bei den neuen Teilnehmern im Vorfeld die Gärten abgegangen, hat ihnen Tipps und Motivation gegeben. Von der Teilnahme ausgeschlossen haben sie niemanden, denn der Garten sei ein Freiraum, den jeder so nutzen könne, wie er wolle. Reischs Eindruck: „Alles ist super vorbereitet.“ Auch Prem ist begeistert von der Qualität der Gärten – und von der Vielfalt: Von Wohn- und Ziergarten über den Gemüsegarten bis zur Permakultur im Selbstversuch und einer parkähnlichen Anlage ist alles geboten. Der kleinste Garten hat nur 80 Quadratmeter, der größte erstreckt sich auf 6000. Prem sieht in Gärten einen wichtigen Beitrag zur Biotopvernetzung und zum Zusammenleben, denn: „Gartenkultur lebt vom Austausch.“ Das kann Rolf Heinzelmann nur bestätigen. Der LOGL-Geschäftsführer vergleicht die Aktion mit „einer kleinen Gartenschau“ und betont, das Potenzial der Gärten in Baden-Württemberg sei riesengroß: „Hier passiert Klimaschutz mit Freude.“ Wichtig sei, die Menschen abzuholen, zu motivieren, zusammenzubringen.

Die Liste der Gärten ist unter www.enzkreis.de zu finden.

Autor: Nico Roller