Heimsheim
Enzkreis -  24.01.2020
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Überraschende ÖPNV-Wende? Enzkreis-Verwaltung trifft sich mit Nahverkehrsgesellschaft

Pforzheim/Enzkreis. Der Enzkreis hat am Montag zusammen mit anderen Kreisen Gespräche mit der Nahverkehrsgesellschaft des Landes Baden-Württemberg (NVBW) zur Gestaltung des ÖPNV geführt. Naturgemäß ging es dabei im Hinblick auf die Region unter anderem um die Residenzbahn (Stuttgart/Karlsruhe) und die Westbahn (Mühlacker/Heidelberg).

Änderungen auf der Residenzbahn hätten am Bahnhof in Mühlacker auch Konsequenzen für den Verkehr Richtung Bretten. Im Bild die Linie RB 17 c Auch das Koppeln der Züge der Linien 17 a und 17 b in Mühlacker könnte künftig auf ein geringeres Maß reduziert werden. Foto: Marx
Änderungen auf der Residenzbahn hätten am Bahnhof in Mühlacker auch Konsequenzen für den Verkehr Richtung Bretten. Im Bild die Linie RB 17 c Auch das Koppeln der Züge der Linien 17 a und 17 b in Mühlacker könnte künftig auf ein geringeres Maß reduziert werden. Foto: Marx

Auf Anfrage der „Pforzheimer Zeitung“ äußerte der Erste Landesbeamte des Enzkreises, Wolfgang Herz, dass interessante Optionen auf den Tisch gekommen seien. Sei man zu Wochenbeginn noch davon ausgegangen, dass als Realisierungstermin der Fahrplanwechsel im Dezember 2020 in Betracht kommen könnte, sei das Verkehrsministerium im Wochenverlauf von diesem Zeitfenster aber wieder abgerückt.

Zumindest angedacht sei, so Herz, den alten Regionalexpress in einer zweistündigen Taktung wiederzubeleben. Und zwar in der Form, dass die Regionalbahn alle Haltestellen östlich von Pforzheim bediene und dann quasi als Interregio-Express umsteigefrei die Fahrt Richtung Karlsruhe fortsetze mit Wilferdingen-Singen und Karlsruhe-Durlach als Zwischenstationen auf dem Weg zum Hauptbahnhof der Fächerstadt. Eine Stadtbahn wie die frühere Linie 5, die wie früher zwischen Bietigheim und Karlsruhe alle Haltestellen bediene, werde definitiv nicht wieder eingeführt. Immerhin: Die S 5 zwischen Karlsruhe und Pforzheim könnte wieder einen stringenten, halbstündigen Takt erhalten und in Abstimmung mit den Umstiegsmodalitäten im Pforzheimer Hauptbahnhof so einjustiert werden, dass die Verweilzeiten auf den Bahnsteigen in der Goldstadt sinken.

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Der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert, der sich im Zusammenhang mit der Qualitätsoffensive für die Residenzbahn für Verbesserungen stark macht, kritisierte auf PZ-Nachfrage das Landesverkehrsministerium. Einerseits bekomme man Pünktlichkeit und Verlässlichkeit nicht in den Griff. Andererseits habe man bei der Umstellung der Fahrpläne strukturelle Probleme heraufbeschworen. Dass das Koppeln der Züge zeitlich nicht hinhaue, liege nicht nur an der Zug-Software. Schweickert freut sich einerseits, dass beim erwähnten Gespräch mit der NVBW ganz maßgeblich Ideen der Qualitätsoffensive zur Sprache gekommen seien.

Mehr über das Thema lesen Sie am Samstag, 25. Januar, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Autor: mar