Heimsheim
Enzkreis -  22.02.2021
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Unterschiede bei Mutationen

Enzkreis/Pforzheim. Landesweit liegt der Anteil der gefährlichen Virus-Varianten an den Corona-Infektionen derzeit bei 20 Prozent – vor zwei Wochen waren es erst sechs Prozent.

„Diese Entwicklung macht uns Sorge, auch wenn wir hier vor Ort weit weniger dieser Fälle haben“, sagt Dr. Brigitte Joggerst, die Leiterin des Gesundheitsamts. Es sei nach ihrer Überzeugung nur eine Frage der Zeit, bis sich die britische (Kürzel: B.1.1.7) und die südafrikanische Variante (B.1.1.351) durchsetzen würden. Aktuell sind in Pforzheim und im Enzkreis 25 bestätigte oder hochgradig vermutete Fälle mit Virusvarianten registriert.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt bedeuten die Mutationen vor allem eines: viel Erklärungsbedarf, wenn sie mit Infizierten und Kontaktpersonen telefonieren. Denn im Unterschied zu einer normalen Sars-CoV-2-Infektion verlängert sich die Quarantänezeit für Kontaktpersonen und Haushaltsangehörige von zehn auf 14 Tage, ein vorzeitiges Ende ist nicht möglich. Auch bei Ausbrüchen in Kitas und Schulen greift nicht die sogenannte Cluster-Regelung, sondern ebenfalls eine 14-tägige Absonderung. Das Problem: Bis endgültig klar ist, ob es sich um eine gefährliche Variante handelt, kann es mehrere Tage dauern.

„Wir reagieren bereits auf den Verdacht, um zeitnah alle Infektionsketten zu unterbrechen und so die Infektionsrate der Virusvariante einzudämmen“, erläutert Fallmanagerin Heike Theilmann das Vorgehen. Das bedeutet, dass bei einem Verdachtsfall direkt eine 14-tägige Quarantäne für Kontaktpersonen und Haushaltsangehörige angeordnet wird. Außerdem müssen sich die Haushaltsangehörigen von Kontaktpersonen der Kategorie 1 in Absonderung begeben. „Da gibt es viel Unmut und Unverständnis“, wie Theilmann und ihre Kollegen erleben. Für die Infizierten als solches ändert sich nichts, Mutationen hin oder her. enz