Heimsheim
Enzkreis -  21.01.2020
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Vernetzungstag im Landratsamt: Bildungsakteure im Enzkreis spinnen konstruktives Netzwerk bei

Pforzheim/Enzkreis. Ein Pilotprojekt für den Enzkreis sollte er sein, der erste Vernetzungstag zum Thema Bildung, veranstaltet vom Bildungsbüro des Landratsamts Enzkreis. So zumindest der gemeinsame Tenor der Gäste und Referenten. Der große Sitzungssaal war am Dienstag voll besetzt, einige der zahlreichen Pädagogen, Sozialarbeiter, Jugendreferenten und Mitarbeiter der Verwaltung verschiedener Enzkreisgemeinden fanden noch am Rand des Saales Platz, der Andrang sprach für sich.

Von links) Alice Zahorneanu von der Kita-Fachberatung, Landrat Bastian Rosenau, Carolin Stelzner und Andrea Simolka-Walter vom Bildungsbüro, Sozialdezernentin Katja Kreeb, sowie Referent Ulrich Trautwein freuen sich über die große Zahl der Teilnehmer. Foto: Meyer
Von links) Alice Zahorneanu von der Kita-Fachberatung, Landrat Bastian Rosenau, Carolin Stelzner und Andrea Simolka-Walter vom Bildungsbüro, Sozialdezernentin Katja Kreeb, sowie Referent Ulrich Trautwein freuen sich über die große Zahl der Teilnehmer. Foto: Meyer

So sah es Landrat Bastian Rosenau, der sich besonders über die rege Teilnahme und die hochkarätigen Referenten freute. So seien Pädagogik und Bildung nichts, das nur in der Schule stattfinde: „Ich habe selbst vier Kinder und empfinde Pädagogik immer wieder als Herausforderung“, so Rosenau. Gerade bei der Frage, wo wir uns als Gesellschaft weiterentwickeln, sei das Thema Bildung von großer Bedeutung. Was jedoch nur mit einem Austausch der Akteure möglich sei,

Das sei auch der Vater des Gedankens gewesen, wie Kreisjugendreferentin Carolin Stelzner berichtet. Es seien keineswegs nur Lehrer eingeladen worden: „Wir haben Mitarbeiter und Leiter von Kindertagesstätten, Sozialarbeiter und Jugendreferenten eingeladen“, so Stelzner. Man wolle Impulse und ein Forum bieten. „Es ist einfach wichtig, einen Ort der Begegnung für die Akteure zu schaffen“, ergänzt Katja Kreeb, Dezernentin für Familie, Bildung und Soziales. „Wir haben im Enzkreis viele unglaublich tolle Projekte und Maßnahmen von Menschen, die beim Thema Bildung etwas bewegen. Aber man muss voneinander wissen“, so Kreeb. Wissenstransfer finde ohnehin am besten informell statt. Daher das abwechslungsreiche Programm des Vernetzungstages.

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Eine der tragenden Säulen seien praktisch orientierte Workshops, darüber hinaus ruhe die Veranstaltung auf den Ausführungen von Ulrich Trautwein, Professor für empirische Bildungsforschung an der Uni Tübingen. Trautweins Fokus lag auf Voraussetzungen, Bedingungen und Prozessen von Bildung und wie sich wissenschaftlich fundiertes Handlungswissen in die Praxis umsetzen lässt. „Ich halte das, was Sie hier machen für ausgesprochen wichtig“, sagte Trautwein zu Anfang seines Vortrags. „Jeden Morgen bewegen sich acht Millionen Schüler in die Schule. Wenn wir die Bildung dieser Schüler um nur einen Prozentpunkt verbessern, was wäre das für ein Gewinn.“ Bildung sei eine zentrale Investition. Zwölf Prozent des Budgets öffentlicher Haushalte fließe in die Bildung. Das sei auch gut so und nötig: „In der Politik wird ja manchmal gesagt, die Verteidigung des Wohlstands, der Demokratie und der Gesellschaft beginne bereits am Hindu Kush.“ Ob das wirklich so ist, liege außerhalb seiner Expertise. Was er jedoch wisse: „Die Verteidigung einer offenen Gesellschaft beginnt jeden morgen an den Schulbänken und den Kindergärten des Landes.“

Autor: tim