Heimsheim
Enzkreis -  12.08.2022
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Zur Entlastung des Pflegepersonals: Gemeinsames Projekt in Pforzheim und dem Enzkreis soll Fachpersonal helfen

Enzkreis/Pforzheim. Es ist nichts Neues: durch das Arbeiten im Stehen, das Heben und Tragen schwerer Lasten und das Lagern von Patienten sind Beschäftigte in Pflegeberufen einer erhöhten körperlichen Belastung ausgesetzt. Viele von ihnen leiden früher oder später an Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparats. Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts der Fakultät Technik, Fachbereich Maschinenbau/Produktentwicklung der Hochschule Pforzheim mit den RKH Enzkreis-Kliniken sollen nun technische Innovationen entwickelt werden, um die Pflegekräfte körperlich zu entlasten.

Die beiden Studenten der Hochschule Pforzheim, Lukas Hoffmann (rechts) und Florian Lueb (Mitte) verschafften sich einen Einblick in die Ausstattung und Abläufe auf Station.  Foto: RKH
Die beiden Studenten der Hochschule Pforzheim, Lukas Hoffmann (rechts) und Florian Lueb (Mitte) verschafften sich einen Einblick in die Ausstattung und Abläufe auf Station. Foto: RKH

Maschinenbau-Studenten an der Hochschule Pforzheim behandeln im Rahmen einer interdisziplinären Projektarbeit unter Leitung von Herbert Emmerich das Thema „Automatisierungstechnik im Krankenhaus- und Pflegebereich“. In Kooperation mit den RKH Enzkreis-Kliniken sollen dabei Möglichkeiten zur körperlichen Entlastung des Pflegepersonals im Bereich der Intensivmedizin analysiert werden. Emmerich ist Dozent im Fachbereich Maschinenbau/Produktentwicklung und Leiter des Steinbeis Transferzentrums für Produktion und Organisation. Ziel der Arbeit sei die Identifikation von Potentialen zur Unterstützung und Entlastung im Arbeitsalltag der Pflege sowie im Krankenhaus, so Emmerich. Das Ergebnis soll ein anzustrebender Maßnahmenkatalog sein, der als Leitfaden für die Entwicklung zukünftiger Unterstützungssysteme sowie einer neuen Generation von Krankenbetten dienen kann.

Studenten-Praktikum

Dazu haben Studenten der Hochschule den Arbeitsalltag im Krankenhaus bei einem kurzen Praktikum kennengelernt. „Wir wollen durch diesen Besuch die pflegerischen Aufgaben in der Einrichtung besser kennen lernen, gerade die körperliche Belastung des Personals und den Stellenwert technischer Assistenzsysteme einschätzen können“, so Emmerich weiter.

Die wachsende Zahl an Mitarbeitenden, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, und die im Gegenzug deutlich geringere Zahl nachrückender Jahrgänge sowie die hohen krankheitsbedingten Personalausfälle in der Pflege verstärken den ohnehin schon großen Fachkräftemangel, sagt Dr. Stefan Pfeiffer, Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik und Sprecher der Ärztlichen Direktoren im RKH Krankenhaus Mühlacker. Da die Kliniken in Deutschland dies nicht alleine durch die Anwerbung ausländischer Fachkräfte ausgleichen könnten, müssten in Zukunft neue Wege bestritten werden und die Beschäftigten in der Pflege mit innovativen technischen Assistenzsystemen unterstützt werden

Autor: pm