Ispringen
Enzkreis -  13.05.2022
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Darum lassen Ispringer Pflegekräfte Ballons steigen

Ispringen. In einer gemeinsamen Aktion der Diakonie Deutschland und des Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) zum internationalen Tag der Pflege wurden am Donnerstagmittag bundesweit Luftballons in den Himmel geschickt. Auch Ispringen beteiligte sich.

Luftballons als Zeichen für mehr Aufwind in der Pflege – diese Botschaft wurde am Donnerstagmittag in den Ispringer Himmel gesandt. Foto: Scheck
Luftballons als Zeichen für mehr Aufwind in der Pflege – diese Botschaft wurde am Donnerstagmittag in den Ispringer Himmel gesandt. Foto: Scheck

Unter dem Motto „Pflege braucht Aufwind“ wurde die Social-Media-Kampagne entwickelt, um Aufmerksamkeit für diesen wichtigen Berufszweig zu erwecken. Einige Mitarbeiter der Diakonie-Station Ispringen versammelten sich um 13 Uhr auf dem Dorfplatz, um ein Zeichen für die Pflege zu setzen und sich für eine bessere Anerkennung ihres Berufes zu engagieren. „Wir leben hier in Ispringen in einer Oase, wo die Diakonie vielfältig unterstützt wird von den Vereinen, Ehrenamtlichen und der Gemeinde“, betonte Pflegedienstleiter Stefan Kettig. „Dennoch sind die Arbeitsbedingungen in den zurückliegenden Jahren immer schlechter geworden. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen in Ispringen verzehnfacht. Wir brauchen definitiv mehr Aufwind, mehr Anerkennung für diesen wichtigen Berufszweig.“

In den letzten beiden Pandemie-Jahren habe sich die Situation weiter verschärft durch immer neue Regelungen im Zuge der Corona-Verordnungen. „Am Freitagabend wurde verkündet, was ab Montag gelten soll. Das war ein enormer Aufwand und immens schwer umzusetzen. Alleine die Maskenpflicht hat uns vor große Herausforderungen gestellt. Wir haben uns anfangs in Autolackierereien mit Masken versorgt, weil keine erhältlich waren. Das Arbeiten mit Maske in engen, gut geheizten Räumen stellt eine weitere Herausforderung für die Pflegenden dar“, erklärte Kettig. Die Luftballons, die mit dem Hinweis #PflegebrauchtAufwind versehen sind, konnten über den Online-Shop der Diakonie bestellt werden. Sie wurden von Menschen mit Handicap in einer anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderung bedruckt und sind zu 100 Prozent biologisch abbaubar.

Auf kleinen Karten, die an den Luftballons befestigt waren, wurden Wünsche und Forderungen der Diakonie-Mitarbeiter notiert. Damit sollte der Pflege symbolisch Aufwind verliehen werden. „Die meisten Wünsche betreffen die Versorgung der Patienten. Wir wünschen uns mehr Zeit, um unsere Aufgaben sorgfältig erfüllen zu können. Es geht bei unserer Arbeit um Menschen, die man nicht in wenigen Minuten abarbeiten kann, sondern auf deren besonderen Bedürfnisse man Tag für Tag eingehen sollte“, so Kettig. Die Wünsche auf den Karten und Fotos der Luftballonaktion werden auch in den sozialen Medien verbreitet.

Autor: Melanie Scheck