Ein Wiener wird KSC-Trainer
Mario Eggimann sorgt mit der Verpflichtung des 37-jährigen Maximilian Senf – noch in Diensten des SV Ried – für eine Überraschung.
Die Frage, ob nun Marcel Rapp, Lukas Kwasniok oder Tobias Strobl neuer Coach des Karlsruher SC wird, stellt sich nicht mehr. Und mit der alternativen Antwort ist der Sportlichen Leitung um Sport-Geschäftsführer Mario Eggimann ein Überraschungscoup gelungen: Maximilian Senft wird ab dem 1. Juli Nachfolger von Christian Eichner, der nach sechseinhalb Jahren als Chefcoach gehen musste. Den derzeitigen Trainer des österreichischen Erstligisten SV Ried hatte bis zuletzt niemand auf der Rechnung. Bis Mittwochabend gelang es der Vereinsführung, die Personalie geheim zu halten. In den vergangenen Tagen hatte es zudem noch Gespräche mit anderen Trainerkandidaten gegeben. Der 37-jährige gebürtige Wiener soll aber insgesamt bei einem aufwändigen Auswahlprozess den besten Eindruck hinterlassen haben.
„Riesengroße Vorfreude“
„Mit Maximilian Senft haben wir einen Trainer verpflichtet, der sportlich, menschlich und mit seiner Arbeitsweise hervorragend zum KSC passt“, lässt sich Eggimann in einer offiziellen Erklärung vom späten Donnerstagabend zitieren. „Er verkörpert unsere fußballerische Gesamtstrategie, weil er moderne Trainingsarbeit, klare Entwicklung und aktiven Fußball miteinander verbindet.“ Senft selbst betont, er blicke „mit riesengroßer Vorfreude auf die Aufgabe beim KSC“ und freue sich darauf, „die Mannschaft kennenzulernen und gemeinsam loszulegen.“
Der 36-Jährige ist in Deutschland weitgehend unbekannt, genießt aber in Österreich einen guten Ruf als Talente-Entwickler. Die erste Mannschaft des SV Ried trainiert er seit März 2023, im Sommer 2025 führte er den Club aus der 12.800-Seelengemeinde im Innkreis in die Bundesliga, wo er Neunter im Abschluss-Klassement wurde – von zwölf Teams. Nun hat er am Freitag und am kommenden Montag zwei Europacup-Play-off-Spiele gegen den österreichischen Rekordmeister Rapid Wien vor der Brust.
Für die Innviertler kommt die Nachricht von Senfts baldigem Wechsel nach Baden also zur Unzeit, schließlich musste Senft nun sein Team am Vortag des Hinspiels über seinen baldigen Weggang informieren.
Senft hat es als aktiver Fußballspieler nie zum Profi geschafft, hat sich aber einen Namen als Profi-Pokerspieler gemacht, bei den World Series in Las Vegas wurde der damalige Student 2014 Elfter. Als Profi-Trainer hat er sich nun dermaßen schnell einen Namen gemacht, dass ihn vor dem KSC auch schon Sturm Graz verpflichten wollte, dessen Fanszene mit der vom KSC befreundet ist. Im Winter soll ein Wechsel zum Meister des Jahres 2025 an einer zu hohen Ablöse gescheitert sein. In diesem Sommer beträgt diese dank der Ausstiegsklausel nun wohl nur noch 150.000 Euro. Senft wird den KSC ab 1. Juli in die neue Saison führen. Keine zwei Wochen später beginnt das Trainingslager in Neukirchen am Großvenediger, keine 45 Minuten Fahrzeit von Ried entfernt.
In der Alpenrepublik gilt Senft als detailversessener Taktikfreak, der eine aktive Spielweise bevorzugt. Er passe damit bestens ins Anforderungsprofil des KSC, der künftig für einen dominanten Fußball und kompromissloseres Defensivverhalten stehen will. „Maximilian Senft steht für aktiven und intensiven Fußball mit einer klaren Idee“, betont Eggimann.
