Keltern -  27.08.2026
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Schon wieder Brandstiftung in der Region? Feuer vernichtet ohnehin knappes Tierfutter bei Dietenhausen

Enzkreis. Schon wieder muss die Polizei wegen einer mutmaßlichen Brandstiftung in der freien Flur ermitteln. Dieses Mal in Kelterns kleinstem Teilort Dietenhausen. Dort waren am Mittwochabend gegen 21 Uhr Flammen entdeckt worden, die im Bereich der Bushaltestelle Mühlstraße aus rund 50 Heu- und zehn Silageballen schlugen. So teilt es das Polizeipräsidium Pforzheim mit. Und mit auf die unheimliche Serie von Flächenbränden, die den Enzkreis seit Wochen beschäftigt, prüfen die Ermittler derzeit immer auch, ob ein Zusammenhang bestehen könnte, sagt Christian Schulze von der Öffentlichkeitsarbeit des Präsidiums. Noch sei das aber völlig offen. Zur Suche nach Verdächtigen war am Mittwochabend auch ein Hubschrauber eingesetzt worden.

Flammen schlagen am Mittwochabend bei Dietenhausen aus Heu- und Silageballen. Kelterns Feuerwehr löscht stundenlang, aber erfolgreich.
Flammen schlagen am Mittwochabend bei Dietenhausen aus Heu- und Silageballen. Kelterns Feuerwehr löscht stundenlang, aber erfolgreich. Foto: Feuerwehr Keltern

Klar ist schon jetzt, dass der Schaden in Dietenhausen größer ausfällt als bei vielen anderen Zündeleien – mal abgesehen von einem Feuer in Bauschlott, das ein Auto zerstört hat und für das die Polizei drei Jugendliche als Verdächtige im Blick hat. Zwei von ihnen jünger als 14. Und der Schaden ist auch größer als die von der Polizei geschätzten 2500 Euro. Denn der finanzielle Wert ist das eine.

„Für den betroffenen Hof ist das wirklich dramatisch, weil jetzt Futtermittel vernichtet worden sind, die ohnehin extrem knapp waren“, sagt Kelterns Feuerwehrkommandant Joachim Straub.

Er war der Einsatzleiter beim Kampf gegen den Heuballenbrand. Für die Wehr, die ein 55-köpfiges Team mobilisiert hatte, war das Löschen eher Routine, „auch wenn es arbeitsintensiv war“. Aber die Wasserversorgung sei sehr gut gewesen, nachdem die betroffene Wiese direkt am Ortsrand und an der Landesstraße zwischen Ellmendingen und Nöttingen liegt. Und die Landwirtsfamilie selbst unterstützte nach Kräften mit zwei Traktoren. Eine weitere schwere Maschine kam aus Nöttingen zu Hilfe. Die Traktoren zogen die Ballen auseinander, die sonst leicht immer weiter glimmen. Dann löschte die Feuerwehr ab. Fünf Stunden dauerte der Einsatz. Am Donnerstag rückte Kelterns Wehr noch einmal für zweistündige Nachlöscharbeiten aus.

Bitter für die Bauern ist das Feuer, weil die extreme Dürre dieses Hitzerekord-Sommers Tierfutter ohnehin zum sehr knappen Gut gemacht hat. Die Vorräte sind dünn genug. Da tun die zerstörten Ballen umso mehr weh.

Um mehr über die möglichen Verursacher dieses Schadens herauszufinden, hofft die Polizei auch auf die Hilfe von Zeugen. Wer am Mittwoch gegen 21 Uhr im Bereich von Dietenhausens Mühlstraße etwas Verdächtiges gesehen habe oder anderweitige Hinweise habe, könne sich unter der Telefonnummer (07231) 1 86 44 44 beim Kriminaldauerdienst melden. Die Ermittlungen laufen.

Die unheimliche Brandserie dieses Sommers hatte mehrere Schwerpunkte. Bauschlott, Göbrichen, Kieselbronn und Enzberg zum Beispiel waren einer davon. Der westliche Enzkreis besonders rund um Kämpfelbachs Teilort Bilfingen ein anderer. Auch nach dem Ermittlungserfolg in Bauschlotter Fällen waren mutmaßliche Brandstiftungen weitergegangen. Beispielsweise mit einem Feuer an einer Kämpfelbacher Gartenhütte vor einer Woche.

Entsprechend ermittelt die Kriminalpolizei unter Hochdruck. Auch jetzt wieder. In Dietenhausen waren zum Glück keine Verletzten zu beklagen. Die Landesstraße war wegen der Löscharbeiten am Mittwoch stundenlang gesperrt.