Königsbach-Stein
Königsbach-Stein -  11.01.2022
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Schützen des KKS Königsbach ziehen sich aus Bundesliga zurück

Königsbach-Stein. Mit einem Paukenschlag endete die Saison 2021/22 für den KKS Königsbach: In der kommenden Saison wird das Top-Team des Vereins nicht mehr in der 1. Bundesliga der Schützen antreten. Wie Trainer Jens Müller erklärt, liegen die Gründe dafür weder im sportlichen Bereich noch sind es in erster Linie finanzielle. Auch wenn es schwer sei gegen Mannschaften zu agieren, die teilweise mit dem 10- bis 15-fachen des eigenen Jahresbudgets arbeiten könnten.

Das KKS Erstliga-Team verabschiedet sich aus dem Oberhaus. Von links André Link, Zalán Pekler, Sarah Würz, Jens Müller, Michael Schreck (Co-Trainer), Christian Brenneisen, Bernd Fränkle, Jacqueline Spalluto.
Das KKS Erstliga-Team verabschiedet sich aus dem Oberhaus. Von links André Link, Zalán Pekler, Sarah Würz, Jens Müller, Michael Schreck (Co-Trainer), Christian Brenneisen, Bernd Fränkle, Jacqueline Spalluto.

"Unsere Sponsoren haben uns immer über Wasser gehalten und dafür möchten wir in aller Form danken", so Müller, Motor, Seele und Manager der Bundesliga-Teams. "Ich habe schon vor Beginn der Saison unter unseren Sportlern und intern meinen Rücktritt bekannt gegeben. Mir ist wichtig, dass dies keine Entscheidung gegen die Mannschaft, den Verein oder die Liga ist", so Müller weiter. Sportlich wäre es sicherlich auch ohne ihn weitergegangen, aber den zeitaufwendigen organisatorischen Sektor habe man nicht abdecken können.

"Es ist wohl die schwerste sportliche Entscheidung, die ich je treffen musste. Mein Verein und ganz besonders meine Sportler sind mir als Menschen und nicht als Punktelieferanten persönlich extrem wichtig. Der Aufstieg in die Erste Liga und damit zu den besten Luftgewehrvereinen Deutschlands zu gehören, daran hängt für mich kein Geld, sondern Herzblut. Es ist eine Entscheidung für die Familie, für unsere Praxis, die wir weiter durch dieses Pandemie-Chaos steuern werden."

Märchenhafter Durchmarsch aus der Kreisklasse

Jens Müller, Physiotherapeut mit eigener Praxis, gehörte schon vor 25 Jahren zu den Leistungsträgern des KKS. Den größten Erfolg in der nahezu 100-jährigen Vereinsgeschichte verbuchte die erste Luftgewehrmannschaft des Kleinkaliber Schützenvereins Königsbach 1998/99, damals unter Trainer Thomas Gesell, mit ihrem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Müller war als Schütze dabei.

Nach einem Durchmarsch waren die Königsbacher von der Kreisklasse über die Regional-, Landes- und Verbandsliga in der zweithöchsten deutschen Wettkampfklasse angelangt. Müller, seit über 20 Jahren auch stellvertretender KKS-Vorsitzender, und Thorsten Weimann, heute KKS-Vorsitzender, legten nicht nur den Grundstein für den Aufstieg, sie trainierten das Top-Team nach Gesell gemeinsam, bis Müller vor 15 Jahren die alleinige Trainer-Verantwortung übernahm und mit seinem Team 2014/15 in die 1. Bundesliga Süd aufstieg.

Müller ist froh, dass die Mannschaft Verständnis zeigte und die deutschen Schützen, die schon sehr lange dabei sind, dem KKS die Treue halten werden. Fortan werden sie in der 2. Liga schießen, in der die "Zweite" mit Trainer Philipp Wüst in dieser Saison den Klassenerhalt geschafft hat.

Der Jugendbereich habe im Verein auch weiterhin Priorität, nach wie vor ein Herzensanliegen von Jens Müller und seiner Ehefrau Maike. "Ich bin also nicht weg aus dem Verein, aber zunächst einmal begebe ich mich in selbst auferlegte Bundesliga-Rente. Ich danke allen Sportlern, Wegbegleitern, Freunden, Unterstützern, Sponsoren und ganz persönlich meiner Familie, ohne die dieses Projekt 1. Bundesliga in Königsbach‘ niemals möglich gewesen wäre", so der scheidende Coach.

Autor: Ulrike Faulhaber