Königsbach-Stein
Enzkreis -  12.02.2021
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Streit um Kostenexplosion beim Bildungszentrum: Architekt warnt vor Pauschalurteilen

Königsbach-Stein/Enzkreis. Die enorme Kostensteigerung für die geplante Erweiterung des Bildungszentrums Königsbach schlägt Wellen. Immer wieder ist Hans Göz, Vorsitzender der Architektenkammer Baden-Württemberg für Pforzheim und Enzkreis, nach eigener Aussage zuletzt auf die möglichen Gründe angesprochen worden. In einer Pressemitteilung beantwortet er die drei Hauptfragen.

Die enorme Kostensteigerung für die geplante Erweiterung des Bildungszentrums Königsbach schlägt Wellen.
Die enorme Kostensteigerung für die geplante Erweiterung des Bildungszentrums Königsbach schlägt Wellen.

Wie erklärt sich der Experte die Kostenexplosion?

Ohne Weiteres sei das für ihn als Außenstehenden nicht möglich, antwortet Göz. Zu hinterfragen sei aber, wer wann auf welcher Grundlage welche Kosten berechnet habe. Erfahrungsgemäß seien Kostenermittlungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten hinsichtlich der vorgegebenen Aufgabenstellung und der berücksichtigten Leistungen oft nicht eins zu eins vergleichbar. Oft kämen durch neue Erkenntnisse zusätzliche Anforderungen hinzu, die einen größeren Leistungsumfang zur Folge hätten. Deshalb wehrt sich Göz vehement dagegen, dass einmal mehr in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt werde, die Kostensteigerung hätten „die Architekten“ zu verantworten. „Dieses pauschale Vorurteil kann nicht akzeptiert werden und wird unserem Berufsstand in keiner Weise gerecht“, so Göz.

Welches weitere Vorgehen könnte er sich vorstellen?

Eine differenzierte Analyse der Kostenermittlung wäre schon hilfreich, um die Gründe des Anstiegs transparent zu machen, so Göz. Unabhängig davon sollte man aber nicht aus den Augen verlieren, was mit der Schulerweiterung erreicht werden sollte. „Stehen diese Ziele tatsächlich zur Disposition?“, fragt Göz. Die Einbindung des im Rahmen des Wettbewerbs prämierten und bisher planenden Architekturbüros auf der Suche nach tragfähigen Lösungen halte er für den einzig richtigen Weg.

Wie würde Göz die angedachte Containerlösung bewerten?

Nicht nur aus rein gestalterischer Sicht wäre dies für den Kammervorsitzenden keine zufriedenstellende Alternative. Die Rahmenbedingungen für einen idealen Unterricht über einen längeren Zeitraum in solchen provisorischen Räumen seien nicht gegeben, meint er. Welchen Schülerinnen und Schülern oder Lehrerinnen und Lehrern wolle man das über viele Jahre wirklich zumuten, fragt Göz. Er habe „größte Zweifel“, dass eine Containerlösung tatsächlich zur Verbesserung der Kostensituation beitragen könne.

Autor: pm