Maulbronn
Maulbronn -  13.09.2026
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Drei große Solisten finden in Maulbronn zusammen: Trio begeistert bei den Klosterkonzerten

Maulbronn. Drei große Solisten ergeben noch nicht automatisch ein großes Trio. Sie müssen einander zuhören, reagieren, sich zurücknehmen – und jene Balance finden, von der Kammermusik lebt. Bernd Glemser, Frank-Michael Erben und Jürnjakob Timm brauchten dafür am Samstagabend im Laienrefektorium des Klosters Maulbronn eine Weile. Doch als sie zueinandergefunden hatten, wurde aus einem zunächst nicht ganz ausgeglichenen Trioabend ein hinreißendes musikalisches Erlebnis. Dabei sind hier drei Musiker am Werk, die niemandem mehr etwas beweisen müssen. Glemser, seit

Bernd Glemser im Trio mit dem Geiger Frank-Michael Erben (links) und dem Cellisten Jürnjakob Timm (rechts).
Bernd Glemser im Trio mit dem Geiger Frank-Michael Erben (links) und dem Cellisten Jürnjakob Timm (rechts). Foto: Bastian

20 Jahren „Artist in Residence“ der Klosterkonzerte, trifft auf zwei Musiker mit jahrzehntelanger Gewandhaus-Tradition: den Geiger Frank-Michael Erben und den Cellisten Jürnjakob Timm. Gemeinsam ersetzten sie das angekündigte Konzert Glemsers mit dem Gewandhaus-Quartett, das aus personellen Gründen abgesagt worden war.

Beethovens großes B-Dur-Klaviertrio op. 97, das „Erzherzog-Trio“, stellte die drei zunächst vor allem vor ein Balanceproblem. Glemser nahm den Klavierpart mit machtvollem Zugriff, ließ den großen Steinway-D-Flügel bisweilen allzu üppig auftrumpfen. Erbens Violine konnte sich dank ihrer hohen Lage noch behaupten, schwerer hatte es Timm: Sein Cello ging im Gesamtklang immer wieder unter. Im Scherzo gelang zwar manches wunderbar leicht und rhythmisch federnd, doch blieb das Klavier dominant. Erst im Andante cantabile begann der Klang stärker zu atmen.

Im Finale rückten die Musiker enger zusammen; manches geriet nun geradezu berauschend, auch wenn kräftige Akzente gelegentlich die Balance gefährdeten.

Nach der Pause dann Dvořáks „Dumky-Trio“ – und plötzlich war der Knoten geplatzt. Sechs höchst unterschiedliche Sätze reihen sich hier aneinander, gespeist aus der slawischen Dumka und ihrem charakteristischen Wechsel von Melancholie und überschäumender Lebensfreude. Gerade diese jähen Stimmungswechsel wurden zum Glücksfall des Abends. Melancholie schlug unvermittelt in Tanz und Lebenslust um, lyrisches Innehalten in temperamentvolle Ausbrüche. Die Musiker reagierten nun unmittelbar aufeinander, ließen sich gegenseitig Raum und trieben sich zugleich voran. Aus drei herausragenden Solisten war ein Trio geworden.