Chancen und Hürden bei der Berufswahl: Mehr als 80 Aussteller bei 25. Aus- und Weiterbildungsbörse Mühlacker/Pforzheim
Mühlacker. Bei uns war es sehr, sehr voll“, so Andreas Reuster. Der Einstellungsberater des Polizeipräsidiums Pforzheim sprach aber von einem „Qualitätsproblem“. Trotz der „Menschentraube“ am Stand der Polizei, „ist nicht so wahnsinnig viel dabei rausgekommen“, bemängelt er. Seit 2004 macht Reuster diese Arbeit. Die schulische und körperliche Qualität der Bewerber nahm nach seiner Beobachtung seitdem ab. „Die Entwicklung läuft nicht ins Positive“, klagt er.
Felix Strobel kam mit seinem Papa Achim Strobel zur Ausbildungsbörse. Die Schulberaterin an der Faust-Schule Knittlingen empfahl das den Schülern. Der 13-Jährige machte zuvor einen Internet-Check der Agentur für Arbeit. Mechatroniker war eine Empfehlung. Vater und Sohn wollten sich nun in Mühlacker einen Gesamtüberblick verschaffen.
Achim Strobel war völlig gelassen, was die Berufswahl seines Sohnes betrifft. Er selbst hat erst Industriemechaniker gelernt und ist dann zur Polizei gegangen. Keiner sollte seiner Meinung nach Angst vor dem ersten Schritt ins Berufsleben haben. Berufliche Neuorientierung sei danach immer möglich, findet er und hat festgestellt: „Den ersten Schritt, den man macht, den zieht man aber durch“.
Erstmals gab es bei dieser Jubiläums-Ausbildungsbörse Praxisinseln. Maximilian Scherer und Shartam Damann mauerten dort bei der Bauinnung Pforzheim-Enzkreis. Die jungen Männer zeigten, wie ein Torbogen entsteht. Für Ausbilder Klaus Walz ein gutes Beispiel für das Handwerk. „Man sieht, was man gemacht hat“. Was Praktikumsplätze angeht, war der Tag „eigentlich ganz erfolgreich“, so sein Kollege Fabian Bartz. Fünf Praktikumsplätze waren gegen Mittag vermittelt. „Wenn die Industrie schwächelt, haben wir Chancen zu glänzen“, sah er einen Pluspunkt für das Handwerk.
Sprachflaggen
Mühlackers Oberbürgermeister Stephan Retter und Landrat Bastian Rosenau hatten die Ausbildungsmesse eröffnet. Industrie, Handwerk, Dienstleistung, öffentliche Verwaltung sowie Schulen und Hochschulen informierten. Premiere hatte eine Kontakt-Lounge. Sprachflaggen an den Ständen zeigten erstmals, in welchen Sprachen dort Gespräche möglich sind.
