Mühlacker
Enzkreis -  29.07.2020
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Im Dienst der Familie: 45 Jahre Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche im Enzkreis

Pforzheim/Mühlacker/Enzkreis. Mit Stolz blickten die Akteure der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Enzkreises (BST) zurück auf bisher Erreichtes und boten einen Ausblick auf das zukünftige Angebot. Gestern jährte sich die Gründung zum 45. Mal. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich die Beratungsstellentätigkeiten stark verändert — statistisch und inhaltlich. Und die Corona-Pandemie brachte neue Herausforderungen mit sich, wenngleich die von einigen Experten befürchtete Steigerung von häuslicher Gewalt ausblieb, wie Katja Kreeb, Dezernentin für Familie, Bildung und Soziales im Enzkreis sagte.

Auf das langjährige Bestehen der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Enzkreises blicken zurück: Die Psychologen Stefan Striehl, Diana Sebastian und Silke Kaiser-Malolepszy, der Leiter der Beratungsstelle Thomas Gustorff und Katja Kreeb, Dezernentin für Familie, Bildung und Soziales (von links). Foto: Moritz
Auf das langjährige Bestehen der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Enzkreises blicken zurück: Die Psychologen Stefan Striehl, Diana Sebastian und Silke Kaiser-Malolepszy, der Leiter der Beratungsstelle Thomas Gustorff und Katja Kreeb, Dezernentin für Familie, Bildung und Soziales (von links). Foto: Moritz

„Man spürt die Auswirkungen von Corona zwar in einzelnen Bereichen, im Enzkreis hat es jedoch keinen massiven Anstieg der Fallzahlen bei der Gefährdung von Kindeswohl gegeben.“ Demnach hielten sich die in einzelnen Bereichen vermehrten Fälle im Rahmen.

Man gehe jedoch in Teilen von einer verzögerten Reaktion aus. Erst mit Beginn des kommenden Schuljahres seien etwaige Spätfolgen spürbar. So oder so habe sich auch mit der Pandemie das Aufgabenfeld der Psychologen, Therapeuten und Mitarbeiter nicht grundlegend verändert — zumindest in der Neuzeit.

Vor vierzig Jahren kaum Alleinerziehende

Laut Statistik seien im Jahr 1976 243 Fälle in den beiden Beratungsstellen Pforzheim und Mühlacker bearbeitet worden, wie die Verantwortlichen berichteten. 2019 seien es dagegen 861 Fälle gewesen. Die wesentlichste Veränderung ist jedoch bei den Beratungsinhalten festzustellen, die sich durch den gesellschaftlichen Wandel und die Veränderung familiärer Strukturen ergab. Vor vier Jahrzehnten habe es in den Beratungen beispielsweise kaum Alleinerziehende gegeben. Das habe zum Teil an der damals größeren Scham der Mütter gelegen und deren Angst vor der Stigmatisierung durch ihre Mitmenschen.

Nach der Umbenennung der Erziehungsberatungsstelle in Beratungsstelle für Kinder, Eltern und Jugendliche im Jahr 1980 kamen Themen hinzu, wie Zunahme von Kinderarmut und Mehrbelastungen in den Familien durch psychische Erkrankungen und Suchtabhängigkeiten. Mit der Flüchtlingswelle 2014 galt es zudem jene Menschen aufzufangen, die mit Traumata im Enzkreis ankamen.

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