Defekter Geldautomat in Bauschlott sorgt für Geduldsprobe bei den Kunden
Neulingen. Defekte Bankautomaten sorgen regelmäßig für Frust. Wie lange sie trotz sinkender Nutzung Teil der Bargeldversorgung bleiben, ist fraglich.
Ohne Bargeld geht für einige noch immer wenig – umso ärgerlicher, wenn man sich nicht auf Geldautomaten verlassen kann. Statt Scheine auszugeben, zeigen sie immer öfter Fehlermeldungen an oder sind gleich ganz außer Betrieb. Besonders auf dem Land wird das schnell zum Problem: Wer hier vor einem defekten Automaten steht, muss nicht selten mehrere Kilometer bis zum nächsten fahren.
Genau das war über die Ostertage am Geldautomaten der Volksbank am Ortseingang von Bauschlott der Fall. Wer hier Bargeld abheben wollte, hatte Pech. Das Gerät war außer Betrieb. Tatsächlich sei der Automat bereits an Gründonnerstag ausgefallen, erklärt Marcus Gernsbeck, Pressesprecher der Volksbank pur eG. Grund dafür sei ein defektes Verschleißteil gewesen. Dessen Austausch habe sich über die Osterfeiertage verzögert, sei aber am 9. April abgeschlossen worden.
Doch die Reparatur hielt nicht lange: Bereits am 10. April führte der Defekt eines weiteren Verschleißteils zum erneuten Ausfall des Automaten. Das benötigte Ersatzteil sei inzwischen bestellt, sagt Gernsbeck. Bis zum Einbau könne es jedoch weiterhin zu Störungen kommen, dann könne man auf die Geräte in Ölbronn-Dürrn, Ötisheim oder Eisingen ausweichen. Alternativ gebe es zudem die Möglichkeit im Edeka, ab einem Einkaufswert von zehn Euro Beträge bis zu 200 Euro abzuheben. Aktuell sei der Bauschlotter Automat aber wieder in Betrieb und Abhebungen seien möglich.
Immer weniger Bargeld?
Mit Blick auf die 35 Volksbank-Geldautomaten im Enzkreis und im Kreis Calw erkennt der Pressesprecher einen klaren Trend: Die Automaten würden immer seltener genutzt. Auch sei die Zahl der Kartenzahlungen bundesweit im vergangenen Jahr erstmals höher gewesen als die der Barzahlungen.
Diese Einschätzung teilt Michaela Roth, Pressesprecherin des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, nur bedingt. Bargeld, so betont sie, habe nach wie vor, einen festen Platz bei den Zahlungsmöglichkeiten. Tatsächlich verzeichne der Sparkassenverband Baden-Württemberg mit 2675 Geldausgabeautomaten (Stand: Ende 2025) sogar einen leichten Zuwachs. So gebe es rund 30 Geräte mehr als im Jahr 2024.
Wie häufig Geldautomaten von Kunden genutzt werden, hänge vor allem von ihrem Standort ab, sagt Sven Eisele, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw. Entscheidend sei, ob sich die Geräte in städtischen oder ländlichen Gebieten befinden: „In Städten wird häufiger, dafür in kleineren Beträgen Bargeld abgehoben, während im ländlichen Raum seltener, dafür mit höheren Summen verfügt wird“, sagt Eisele. Um die Notwendigkeit einzelner Standorte besser einschätzen zu können, würden die 57 Sparkassen-Automaten im Enzkreis und die 53 im Landkreis Calw regelmäßig im Hinblick auf ihr Nutzungsverhalten überprüft. Dies sei besonders dann wichtig, so Eisele, wenn ein Austausch von Geräten anstehe. Trotz aller Entwicklungen betonen Volksbank und Sparkasse, dass sie auf die Sicherstellung einer verlässlichen Bargeldversorgung setzen.
