Neulingen
Neulingen -  23.02.2026
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„Sensationelle“ Spende: Zweijähriger Karlo aus Göbrichen leidet an Hirntumor

Neulingen. „Sensationell“ bezeichnete Bürgermeister Michael Schmidt am Samstagvormittag bei der Übergabe den Betrag von 29.745 Euro, der bei der Aktion für den an einem Hirntumor erkrankten zweijährigen Karlo in Göbrichen zusammenkam.

Große Freude herrscht in Göbrichen über eine Spende in Höhe von 29.745 Euro. Das Geld ist für einen schwer erkrankten Patienten bestimmt.
Große Freude herrscht in Göbrichen über eine Spende in Höhe von 29.745 Euro. Das Geld ist für einen schwer erkrankten Patienten bestimmt. Foto: Dietrich

Erst vor einer Woche waren nochmals 600 Euro dazugekommen. Die Zuwendungen sind von Vereinen und Unternehmen. Dies war zugleich der bislang höchste Betrag bei der am Nikolaustag 2025 stattgefundenen fünften „Nordschwarzwälder Schaltblechner“ Vespa-Benefizfahrt, der unter der Mitorganisation von Christian Sicignano zusammenkam, wie von ihm zu erfahren war. Angeschlossen war damals ein großes Fest beim FV 08 Göbrichen. Sicignano ist ein Nachbar des Neulinger Verwaltungschefs, der ihn nach Anregung der Erzieherin Maren Gronenberg-Hofsäß vom Kindergarten „Arche Noah“, den Karlo besuchte, angesprochen hatte. Auch Leiterin Anette Wising war daher bei der Übergabe dabei. Für das großherzige Gemeindeoberhaupt war es selbstverständlich, die Aktion zu unterstützen, indem die Gemeinde das Spendenkonto führte und er mit seinem Motorrad an der Ausfahrt teilnahm.

Auch die jungen Eltern Dominik und Fabienne Klenk, die sich in Göbrichen ein Haus kauften, waren von dem Betrag überwältigt. Da wegen der Rundumbetreuung des Kindes die Mutter nicht mehr arbeiten gehen kann, sind sie auf finanzielle Unterstützung dringend angewiesen, da deren Gehalt weggebrochen ist. Auch werden von der Krankenkasse nicht alle Kosten für Therapien und Medikamente komplett übernommen.

Am 22. Juli 2025 erlitt Karlo einen Krampfanfall, wonach in einer Pforzheimer Klinik bei einer Magnetresonanztomographie (MRT) ein Hirntumor diagnostiziert wurde. Zuvor gab es keine Beschwerden. Daraufhin wurde er mit einem Hubschrauber nach Heidelberg geflogen, wo tags darauf eine Notoperation durchgeführt wurde, vier Tage vor seinem zweiten Geburtstag. Die Familie ist froh, dass der Tumor nicht mehr kommen kann. Aber ein Rest konnte nicht entfernt werden, der zuerst durch Chemo-Blöcke von zweimal einer und zweimal dreieinhalb Wochen in Heidelberg behandelt wurde. Während dieser Zeit war die Mutter die ganze Zeit bei ihrem Jungen im Krankenhaus, während der Vater bei einem Arbeitskollegen in Dossenheim übernachten konnte. Zu den Bestrahlungen in den zurückliegenden sechs Wochen von montags bis freitags sind die Eltern täglich mit ihrem Kind in die Klinik nach Heidelberg gefahren. Zuletzt am Donnerstag vergangener Woche. Somit sind für die Eltern auch Fahrtkosten angefallen. Nun muss ein Kontroll-MRT in sechs Wochen abgewartet werden. Fünf Jahre können sich laut den Eltern die weiteren Behandlungen hinziehen. Voraussichtlich im April wird es eine Eltern-Kind-Reha geben.

In stimmungsvoller Runde

Eines draufgesetzt hat der Pforzheimer Graffiti-Künstler Raffaele Petrulito mit einem Bild für Karlo aus dem einzigartigen Musical „Der König der Löwen“, als ein Symbol der Stärke. Solidarisch zeigten sich auch Vertreter des Vespa-Clubs Pforzheim und der Vespa-Crews Pforzheim durch ihre Anwesenheit bei der Spendenübergabe. Danach hatte die Familie auf ihrem Anwesen noch zu einem Imbiss mit einer herzhaften Gulaschsuppe und Getränken eingeladen.