Neulingen
Neulingen -  13.01.2021
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Verkehrsministerium: Bauschlotter Ortsumfahrung muss kommen, aber wie soll sie verlaufen?

Neulingen-Bauschlott. „Der Bau einer Ortsumfahrung bringt positive Effekte für Bauschlott und den Verkehr auf der B294. Angesichts der derzeitigen Verkehrs- und Lärmbelastung stellt sich praktisch nur die Frage der Trassenführung der Umfahrung.“ Dieses Fazit zieht der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert aus dem Ergebnis einer kleinen Anfrage zur Bauschlotter Ortsumfahrung.

Rein theoretisch könnte die Bauschlotter Ortsumfahrung kommen, weil sie notwendig ist. Nur der Trassenverlauf muss noch geklärt werden.. Foto: Roller
Rein theoretisch könnte die Bauschlotter Ortsumfahrung kommen, weil sie notwendig ist. Nur der Trassenverlauf muss noch geklärt werden.. Foto: Roller

„Selbst für das grüngeführte Landesverkehrsministerium stellt sich offensichtlich gar nicht die Frage, nach dem ‚ob‘, sondern nur nach dem ‚wie‘“, erklärt Schweickert mit Blick auf die Antwort des Ministeriums. Dieses habe deutlich gemacht, dass eine Umfahrung Bauschlotts in vielfacher Hinsicht notwendig ist.

Auch der Neulinger Bürgermeister Michael Schmidt freut sich über die klare Aussage seitens der Landesregierung: „Noch nie wurde so deutlich Stellung bezogen und klargestellt, dass die Verkehrsführung geändert werden muss. Das prognostizierte Verkehrsaufkommen in den nächsten Jahren wird unverblümt benannt und widerspricht jeglichen Wunschträumen, dass ein verändertes Mobilitätsverhalten und wachsende E-Mobilität eine Ortsumfahrung obsolet werden lässt. Die kleine Anfrage zielt auf die wesentlichen Punkte und fördert wertvolle Antworten für die Bürgerschaft zu Tage“, wie Schmidt abschließend unterstreicht.  

Anhand eines aktuellen Verkehrsgutachtens wird besonders die immer weiterwachsende Verkehrsbelastung in Bauschlott deutlich. So fahren derzeit bis zu 15.650 Fahrzeuge täglich durch die südliche Ortsdurchfahrt der B294. Bis 2035 soll dies auf bis zu 16.790 Fahrzeuge bei einem ebenfalls wachsenden Anteil des Schwerlastverkehrs steigen. Selbst der westliche Teil der Ortsdurchfahrt der L611 soll bis 2035 ohne eine Änderung des Verkehrsnetzes von knapp 5.000 Fahrzeugen täglich genutzt werden. „Die Zahlen zeigen sehr deutlich, welch große Verkehrsmengen mitten in Bauschlott aufeinandertreffen“, so Schweickert.

Auch die maximale Lärmbelastung überschreitet die derzeitigen Grenzwerte von 66 dB(A) am Tag und 56 dB(A) in der Nacht deutlich. So geht die Landesregierung anhand einer schalltechnischen Untersuchung aus dem Jahr 2012 davon aus, dass tagsüber bis zu 69 dB(A) und nachts bis zu 62 dB(A) erreicht werden. Somit würden derzeit tagsüber an rund 30 und nachts an rund 40 Gebäuden die Grenzwerte überschritten.

„Wenn man bedenkt, dass bereits Maßnahmen zur Lärmminderung ergriffen wurden, wird deutlich, dass faktisch nur die Verlagerung des Verkehrs hilft und dazu braucht es die Ortsumfahrung. Der Neubau bietet dann auch die Möglichkeit von vorherein entsprechende Lärmschutzmaßnahmen für die Anwohnerinnen und Anwohner am Ortsrand zu schaffen“, so der daraus folgende Schluss des Enzkreisabgeordneten.