Niefern-Öschelbronn
Niefern-Öschelbronn -  30.05.2026
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Gefährliche Superkolonien? Öschelbronner Kampf gegen die Invasion der Ameisen

Niefern-Öschelbronn. Die invasive Ameisenart Tapinoma magnum wurde in Öschelbronn entdeckt. Die Gemeinde informiert nun über mögliche Schäden, Erkennungsmerkmale und das richtige Verhalten bei einem Verdachtsfall.

In der Panoramastraße wurden invasive Ameisenkolonien entdeckt, die Gemeinde hat zur Bekämpfung eine Fachfirma beauftragt.
In der Panoramastraße wurden invasive Ameisenkolonien entdeckt, die Gemeinde hat zur Bekämpfung eine Fachfirma beauftragt. Foto: Tschan

Das Nieferner Rathaus informiert zurzeit die Einwohner ausführlich darüber, was es mit der in Öschelbronns Panoramastraße entdeckten invasiven Ameisenart Tapinoma magnum auf sich hat. Die Gemeinde hat eine Fachfirma zur Bekämpfung der Krabbeltiere in Öschelbronn eingeschaltet, wie PZ-news berichtet hat.

Die aus dem Mittelmeerraum stammende Ameisenart breitet sich laut Rathaus zunehmend aus. Besonders betroffen seien Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen. „Fachleute warnen vor Superkolonien, die aus Hunderttausenden, manchmal sogar aus bis zu Millionen Tieren bestehen können“, so Ordnungsamtsleiter Pascal Nouvel. Die Art niste überwiegend im Boden, etwa in sandigen Bereichen oder unter Pflasterflächen. Außerdem könnten die Tiere in Gebäude eindringen. Die invasive Ameisenart gelte für Menschen als weitgehend ungefährlich, kann jedoch erhebliche Schäden anrichten, so Nouvel: „In mehreren Städten kam es bereits zu Problemen an Strom- und Internetleitungen sowie zu Schäden an Gehwegen und Gebäuden.“

Die Tiere sind vollständig schwarz und nur etwa zwei bis vier Millimeter groß, können jedoch innerhalb einer Kolonie unterschiedlich groß sein. „Gleich große Tiere deuten häufig auf einheimische Arten hin.“ Typisch seien breite, mehrspurige Ameisenstraßen sowie mehrere Nester in unmittelbarer Nähe. Die einheimischen, unproblematischen Arten bewegten sich einspurig, so das Amt.

Beim Zerdrücken entstehe häufig ein süßlich-chemischer Geruch. Die Gemeinde empfiehlt: „Pflanzgefäße und Wurzelballen sorgfältig kontrollieren, da die Ameisen häufig über Pflanzenhandel eingeschleppt werden.“ Und: „Müllbehälter gut verschließen, Gartenabfälle ausschließlich über offizielle Sammelstellen entsorgen, keine organischen Abfälle im Garten lagern, Blattläuse bei Befall eindämmen und Barrieren wie Leimringe oder Kieselgur regelmäßig erneuern.“

Der Umgang mit den invasiven Ameisen Tapinoma magnum erfordere je nach Situation unterschiedliche Maßnahmen. Der eigenständige Einsatz von chemischen Mitteln sei nicht zu empfehlen. Bei frei zugänglichen Nestern könne heißes Wasser eingesetzt werden.

Wer einen Verdacht auf die invasive Ameisenart habe, soll Fotos der Tiere und ihrer Nester anfertigen und diese zur fachlichen Bestimmung an Umweltbehörden weiterleiten. Wichtig sei eine eindeutige Identifikation. Bilder via E-Mail an das Ordnungsamt der Gemeinde senden unter osa@niefern-oeschelbronn.de. Anrufe unter (07233) 9622-31 sowie -39.