Ötisheim
Ötisheim -  18.03.2026
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Nach Polizei-Razzia: Bewegung rund ums Ötisheimer Roma-Haus

Ötisheim. Jahrelang haben Nachbarn des hauptsächlich von Roma-Familien bewohnten Ötisheimer Hauses in der Alten Mühlacker Straße unter nächtlichem Lärm und dauerhaften Vermüllungen samt Rattenplage gelitten. Seit die Polizei dort aber vor gut einer Woche eine Razzia mit mehreren Einsatzfahrzeugen durchgeführt hat, ist rund um die baufällige Immobilie vieles in Bewegung geraten.

Ende der vergangenen Woche haben die Bewohner des Roma-Hauses in der Alten Mühlacker Straße ihre Habe in einen Umzugs-Laster geladen.
Ende der vergangenen Woche haben die Bewohner des Roma-Hauses in der Alten Mühlacker Straße ihre Habe in einen Umzugs-Laster geladen. Foto: Gerold Köhler - privat

Jahrelang haben Nachbarn des hauptsächlich von Roma-Familien bewohnten Ötisheimer Hauses in der Alten Mühlacker Straße unter nächtlichem Lärm und dauerhaften Vermüllungen samt Rattenplage gelitten. Seit die Polizei dort aber vor gut einer Woche eine Razzia mit mehreren Einsatzfahrzeugen durchgeführt hat, ist rund um die baufällige Immobilie vieles in Bewegung geraten.

Haus steht im Grunde leer

Zum einen hat das Mühlacker Baurechtsamt, das die Ötisheimer Gemeindeverwaltung in Bauangelegenheiten unterstützt, einen Teil des maroden Gebäudes mit amtlichem Siegel und Bauzaun sperren lassen. Zum anderen haben Anwohner über das vergangene Wochenende rege Umzugsaktivitäten bei den dort noch lebenden Roma-Familien registriert. Einrichtungsgegenstände und Habseligkeiten hat ein Laster mit rumänischem Kennzeichen abtransportiert (die PZ berichtete). Nun steht das Haus im Grunde leer. „Dort tut sich seither nichts mehr“, versichert einer der Nachbarn, der anonym bleiben möchte.

Dass der Umgang mit der Immobilie, die unter Denkmalschutz steht und dem Land Baden-Württemberg gehört, „äußerst schwierig“ sei, hat der Ötisheimer Hauptamtsleiter Christian Bauer durchblicken lassen. Will heißen, die Gemeinde kann und will sich in die Angelegenheit nicht einmischen.

„Ziel ist es, für das Gebäude einen Käufer zu finden“ - Anwalt und Insolvenzverwalter Andreas Hendriock

Doch die Vorzeichen könnten sich ändern, sollte das Haus vollständig geräumt und alle Bewohner ausgezogen sein. „Ziel ist es, für das Gebäude einen Käufer zu finden“, sagt Insolvenzverwalter Andreas Hendriock auf PZ-Nachfrage. Weil der Eigentümer verstorben ist und keine Erben hinterlassen hat, fiel das Haus automatisch ans Land und Hendriock kümmert sich als Insolvenzverwalter mit seiner Anwaltskanzlei darum. Bisher habe man die Absicht verfolgt, das Gebäude auf zivilrechtlichem Weg räumen zu lassen. „Wenn die Bewohner jetzt aber von sich aus die Wohnungen verlassen haben, könnte das Prozedere schneller vonstattengehen“, erläutert Hendriock, der auch eine Zwangsversteigerung nicht ausschließt. Und wie reagiert die Gemeinde? „Bislang liegt uns kein Angebot zum Erwerb dieser Immobilie vor. Da es denkmalgeschützt ist, dürfte ein Abbruch äußerst schwierig sein. Dies wiederum ist eher ein Grund, von einem Kauf abzusehen“, sagt Bürgermeister Werner Henle.

Autor: pep