Straubenhardt
Straubenhardt -  26.03.2019
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Ende des Hotels "Bergschmiede" im Holzbachtal

Straubenhardt-Langenalb. Immer wieder hat sich der Straubenhardter Gemeinderat mit Nutzungsänderung des ehemaligen Waldhotels „Bergschmiede“ in Langenalb befasst. Ab Ende 2003 war das einstige 36-Betten-Haus im Holzbachtal über viele Jahre geschlossen. Es war als Asylunterkunft verworfen worden, der Plan, wieder eine Gaststätte zu etablieren, hatte sich zerschlagen. Inzwischen sind dort einige Zimmer an Arbeiter vermietet.

In der „Bergschmiede“entstehen nun im Erdgeschoss Wohnungen. Foto: Kraft
In der „Bergschmiede“entstehen nun im Erdgeschoss Wohnungen. Foto: Kraft

Das Ende der gastronomischen Nutzung ist seit einigen Wochen besiegelt. Gasträume und Küche im Erdgeschoss sollen drei Wohneinheiten weichen. Einstimmig segnete der Gemeinderat die Umnutzung ab (die PZ berichtete). Damit geht ein Stück Langenalber Geschichte zu Ende.

Die erste Erwähnung des Hauses findet sich im Zusammenhang mit der Schnaitzinger Sägemühle vor mehr als einhundert Jahren, die von Bauern aus der Gegend betrieben wurde. Zu dieser gehörte eine Schmiede, wo Werkzeugen und Wagen instandgesetzt und die Pferde beschlagen wurden, die das Holz transportierten. Aus der Gastwirtschaft, in der sich einst die Fuhrleute von den Strapazen erholten, wurde durch Um- und Erweiterungsbauten das Hotel „Bergschmiede“, das mit Tennisplätzen und Hallenbad Annehmlichkeiten für Urlaub auf gehobenem Niveau bot. Ein Rotwildgehege war eine weitere Attraktion.

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Die „Bergschmiede“, am Maisenbach gelegen, galt in den 1960er- bis 1980er-Jahren als Perle des Holzbachtals. Über Jahrzehnte erfreute man sich großen Stammpublikums. Bundesligavereine bezogen Quartier zur Vorbereitung, wenn sie Spiele beim KSC hatten. An den Wochenenden herrschte in der Gastronomie Hochbetrieb mit zahlreichen Tagesausflüglern.

Nachdem der Besitzer in den Ruhestand getreten war, fand das Haus einen neuen Eigentümer. Weitere Wechsel folgten. Die Zahl der Gäste ging zurück, ein Zimmerbrand 2003 mit rund 300 000 Euro Schaden spitzte die Lage zu. Buchungen wurden storniert, der Restaurantbetrieb nur eingeschränkt aufrechterhalten. 2005 folgte die Zwangsversteigerung. Mit dem Hotel „Bergschmiede“ wurde das letzte Kapitel der einstigen Hochburg der Gastronomie im Holzbachtal geschlossen.

Die Pension „Jakob“, das Gasthaus „Maisenmühle“ und das Café „Sinzenich“ haben schon vor Jahren den Betrieb eingestellt.

Autor: Reinhard Kraft