Dobel -  23.04.2021
Artikel teilen: Facebook Twitter Whatsapp

Für den Ernstfall gut gerüstet: Dobler Feuerwehr übt ohne technische Geräte

Dobel: Punkt 19.27 Uhr rückt die Dobler Feuerwehr mit acht Einsatzkräften neben dem Rathaus auf dem Dobel an, sichert die Straße und macht sich am Gerüst vom ASB-Rohbau kundig, um den in knapp 6 Metern Höhe verunfallten Bauarbeiter zu bergen. „Das ist für uns eine willkommene Chance, um für den Notfall gerüstet zu sein“, sagt Feuerwehrkommandant Sven Schatz zu der Übung.

Schnell muss es gehen: Im Notfall zählt für die Feuerwehr jede Minute. Foto: Zoller
Schnell muss es gehen: Im Notfall zählt für die Feuerwehr jede Minute. Foto: Zoller

„Nachdem wir im ersten Lockdown keinen Übungsbetrieb hatten und erst seit Juli des vorigen Jahres wieder aktiv werden konnten, ist das hier für uns eine Möglichkeit, um die Übung für eine Höhen- und Tiefenrettung am ASB-Neubau umzusetzen.“ Unter Corona- Bedingungen übt die mittlerweile in vier Kleingruppen aufgeteilte Gesamtmannschaft im Wechsel stets getrennt voneinander und zu unterschiedlichen Zeiten.

Umgang mit Seilen üben

In Absprache mit dem Investor Stefan Pfeil konnte nun das Baugerüst genutzt werden, um eine kniffelige Aufgabe zu bewältigen. „Das Thema der Übung sind Knoten und Stiche“, sagt Übungsleiter Patrick Fischer, der seinen eingetroffenen Kameraden den Einsatz einer Drehleiter nicht erlaubt. Denn technische Gerätschaften waren bei dieser Übung explizit untersagt. Ähnlich wie bei einem Seefahrer muss auch der Feuerwehrmann den Umgang mit Seilen und verschiedenen Knoten zum Sichern, Herablassen und Befestigen von Gegenständen beherrschen. Je nach Einsatz werden unterschiedliche Seile und Feuerwehrleinen verwendet, die nicht nur miteinander verknotet, sondern zudem garantiert belastbar sein müssen.

Daher ist hierbei nicht nur das gewusst wie, sondern auch eine gewisse Fingerfertigkeit gefragt, bei der die Feuerwehrkameraden den jeweils passenden Knoten zum Verwendungszweck anwenden. „Ziel ist, eine verletzte Person mit schweren inneren Verletzungen oben auf dem Gerüst so schonend wie möglich zu retten, damit nicht noch mehr passiert, als schon passiert ist.“ Nach knapp 45 Minuten ist die Übung fachmännisch beendet, und die Mannschaft bekommt für die aufwendige Lösung großes Lob. Auch für Melanie Lausegger ein beeindruckendes Erlebnis. „Das war meine erste Feuerwehrübung“, so die Geschäftsführerin ASB Region Nordschwarzwald. „Wir arbeiten eng mit der Feuerwehr auf dem Dobel zusammen.“

Autor: Sabine Zoller