Dobel -  01.11.2021
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Offiziell eröffnet - neue Erlebniswanderwege auf dem Dobel

Dobel. Mit einer zweistündigen Wanderung wurden am Sonntag die neuen Erlebniswanderwege auf dem Dobel eingeweiht – und über 60 Teilnehmer waren dabei. „Ich freue mich über diese großartige Resonanz“, erklärte ein sichtlich zufriedener Bürgermeister Christoph Schaack, der bei seiner Begrüßung am Schulhaus nicht nur die beiden ehrenamtlichen Ideengeber und Gestalter Bernhard Kraft und Peter Mast in den Mittelpunkt stellt, sondern zudem eine rund fünf Jahre währende Entwicklungsphase beschreibt.

Im Ehrenamt im Einsatz: Peter Mast (links) war zuständig für die Gestaltung der neuen Tafeln und Bernhard Kraft (rechts) förderte in langjähriger Recherchearbeit wissenswerte Details zu Tage. Foto: Zoller
Im Ehrenamt im Einsatz: Peter Mast (links) war zuständig für die Gestaltung der neuen Tafeln und Bernhard Kraft (rechts) förderte in langjähriger Recherchearbeit wissenswerte Details zu Tage. Foto: Zoller

Er berichtete über Abstimmungen in 45 Sitzungen – das Ergebnis kann sich sehen lassen: Entstanden sind 28 Informationstafeln, die mit zwei neuen orts- und waldhistorischen Erlebniswegen die Gemeinde bereichern. Die Umsetzung auf rund dreizehn Kilometern hat zwar eine Gesamtsumme von 108.000 Euro verschlungen, werde aber zu 60 Prozent vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord gefördert.

„Das ist eine stolze Summe“, erklärt Theo Ossmann aus Dietlingen, der mit seiner Frau Sabine den sonnigen Herbsttag nutzt, um erste Eindrücke zu sammeln. „Wir hatten die Ankündigung in der Zeitung gelesen und wollten nun mehr dazu erfahren“, so der Rentner, der öfter auf den Dobel kommt. Interessiert folgt das Ehepaar den Ausführungen von Peter Mast, der zunächst über Form und Farbgebung der Tafeln berichtet, die die Umrisse der Gemeinde aufzeigen. Der ortshistorische Experte Bernhard Kraft berichtete auf dem Weg, der vom historischen Dorfzentrum am Rathaus zum Pfarrhaus führte, über die 1744 erbaute Kirche und vermittelte Wissenswertes zur Wasserversorgung auf der Höhe. „Erst 1892 wurde die Dobler Wasserversorgung aus dem Mannenbachtal gebaut, um mit sogenannten Laufbrunnen die Einwohner zu versorgen.“ Von dort aus gelangen die Wanderer an den gut ausgeschilderten Wegweisern entlang zum Brenntenwald, dem Kraft besondere Ausführungen widmete. Hier lagerten einst kaiserliche Truppen, um den Vormarsch der Franzosen nach der Französischen Revolution zu stoppen.

Moosbewachsene Quadersteine zeugen noch heute von der Schanze, die als wehrhafte Stellung zum Schutz der Soldaten diente. Ein Thema, das Anton Weber vom Dobel besonders faszinierte. Der Schüler, der gemeinsam mit seiner Schwester Marlene und seinen Eltern dabei war, ist stolz auf seine neuen Erkenntnisse: „Eine Schanze gibt es nicht nur bei Skispringern, sondern ist auch wichtig für Soldaten.“

Für Armin und Gudrun Großmüller aus Dennach, beide Gründungsmitglieder des Schwabentor Heimat- und Geschichtsvereins, waren die Ausführungen zur Besiedelungsgeschichte spannend, „da die damaligen Siedler die nur inselartig vorkommenden fruchtbaren Böden in den Wäldern ausfindig machten, um diese Hochfläche zu bewirtschaften.“ Theo Ossmann meinte abschließend, man habe viel dazugelernt – und stärkte sich dann an der von der Gemeinde ausgegebene Gulaschsuppe am Wasserturm.

Autor: Sabine Zoller