Dobel -  22.09.2021
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SRH-Kliniken in Dobel und Langensteinbach nach Hackerangriff ohne Internet

Karlsbad-Langensteinbach/Dobel. Nach einem Cyberangriff auf die IT-Infrastruktur der SRH Holding arbeiten deren Kliniken in der Region seit Montag offline. „Unsere Verbindung zum Rechenzentrum in Karlsruhe wurde am Montag gekappt“, erklärt Mischa Lange, Pressesprecher des SRH-Klinikums in Karlsbad-Langensteinbach.

Der Bildungsbereich der SRH-Holding ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Patienten bekommen davon aber kaum etwas mit.
Der Bildungsbereich der SRH-Holding ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Patienten bekommen davon aber kaum etwas mit.

Für die Patienten sowohl in der Akutklinik in Langensteinbach als auch in den Reha-Kliniken in Waldbronn, Dobel und Bad Herrenalb habe dies aber keine Auswirkungen. „Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Die Krankenhäuser standen offensichtlich nicht im Fokus, sondern vielmehr der Bildungsbereich“, so Lange. „Es war aber gut, dass wir schnellstmöglich den Stecker gezogen haben.“

Wie die SRH Holding in Heidelberg mitteilt, war das Unternehmen am Wochenende mittels Schadsoftware von Unbekannten gezielt angegriffen worden. Derzeit werde konzentriert an der Wiederherstellung gearbeitet, auch mit Hilfe von externen Experten. „Die SRH geht davon aus, dass zeitnah wieder in den normalen Betriebsmodus gegangen werden kann“, heißt es in einer Pressemitteilung. Wann genau dies aber sein wird, sei noch nicht absehbar. In einer Arbeitsgruppe habe man im Klinikum in Langensteinbach in den letzten beiden Tagen alles wieder aufs analoge Arbeiten umgestellt. So würden nun beispielsweise alle Formulare per Hand und auf Papier ausgefüllt. „Es war erstaunlich zu sehen, wie schnell man wieder zurück zu alten Gewohnheiten kommen kann“, so Lange. Die Arbeitsgruppe habe es in kurzer Zeit geschafft, wieder Kommunikationswege zu finden, bei denen man nicht aufs Internet angewiesen sei. Die Patienten bekommen davon laut Lange nur wenig mit: Bei ihnen funktionieren der Fernseher, das Telefon und sogar das Internet, da es sich hier um einen anderen Anbieter handele. Auch die Daten der Patienten seien nicht in Gefahr gewesen.

„Die Patienten werden ganz normal weiter behandelt, auch die geplanten Operationen finde statt“, so Lange. „Wir sind im Regelbetrieb, aber das Ganze eben offline“, so der Pressesprecher. Dass es einen solchen Fall schon einmal gab, daran kann sich Lange nicht erinnern. „Es kam mal vor, dass die Verbindung kurzfristig getrennt war, weil vielleicht irgendwo eine Leitung beschädigt wurde. Aber so lange, das hatten wir noch nie“, meint er.

Mit externen Partnern kann aktuell nur eingeschränkt kommuniziert werden. Die SRH ist laut der Pressemitteilung jedoch zuversichtlich, dies bald wieder wie gewohnt tun zu können.

Autor: caw