Dobel -  12.02.2021
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Zeichen für Frieden: Wanderausstellung zieht auf alten Kirchhof in Dobel

Dobel. Künstlerische Zeichen gegen Kriege – und das direkt an den Kriegsgräbern: Das ist die Idee hinter der Ausstellung, die als Kooperation zwischen dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Gemeinde Dobel derzeit auf dem alten Kirchhof hinter der evangelischen Kirche zu sehen ist. Dorthin ist die Wanderausstellung vom Ettlinger Friedhof gezogen.

Künstlerin Bali Tollak mit drei ihrer „Soldatenbretter“, die eine Tradition des Totengedenkens aufgreifen und Kriegserlebnisse dokumentieren. Solche Bretter werden auf Dobels altem Kirchhof ausgestellt. Foto: Wolfgang Dennig
Künstlerin Bali Tollak mit drei ihrer „Soldatenbretter“, die eine Tradition des Totengedenkens aufgreifen und Kriegserlebnisse dokumentieren. Solche Bretter werden auf Dobels altem Kirchhof ausgestellt. Foto: Wolfgang Dennig

Die bayerische Künstlerin Bali Tollak stellt sieben ihrer „Soldatenbretter“ zur Verfügung. Auf diesen setzt sie sich mit den Erfahrungen von Künstlern verschiedener Länder auseinander, die den Ersten Weltkrieg erlebt haben. Ihr Gesamtwerk der Bretter wurde 2019 unter großem Zuspruch in Kooperation mit dem Wehrgeschichtlichen Museum Rastatt in dessen Räumen ausgestellt.

Tollak hat mit ihren Kunstwerken die Tradition der „Bahrbretter“ aufgenommen, die sie im Bayerischen Wald wiederentdeckte. Diese Holzbretter wurden nach der Bestattung aufgestellt, um so an den Verstorbenen zu erinnern. Ihre Beschäftigung mit dem Ersten Weltkrieg, intensiviert durch Besuche auf Kriegsgräberstätten in verschiedenen Ländern, mündete in der Auseinandersetzung mit Künstlern, die diesen Krieg erlebt haben. Deren apokalyptische Eindrücke in Zitaten, Tagebucheintragungen und Bildnissen drückt die Künstlerin auf ihren „Soldatenbrettern“ aus.

Ausstellungseröffnung fällt wegen Corona flach

Volker Schütze, Bezirksgeschäftsführer des Volksbunds in Nordbaden, zeigte sich in einer Presseerklärung sehr dankbar, dass die sieben Bretter in Dobel gezeigt werden dürfen. Die mit Bürgermeister Christoph Schaack geplante Ausstellungseröffnung wurde aus Gründen des Schutzes der Besucherinnen wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

„Als junger Erwachsener habe ich als Soldat auf dem Balkan die Schrecken des Krieges und das unendliche Leid für die Zivilbevölkerung miterleben müssen. Die Erinnerungen an den Anblick von Todgeweihten werden mir auf ewig in Erinnerung bleiben. Diese Ausstellung soll an die Sinnlosigkeit kriegerischer Auseinandersetzungen mahnen, hier gibt es keinen anderen Sieger als den Tod“, so Bürgermeister Schaack.

Schütze ergänzte, dass die Ausstellung wie ein Bote auf Wanderschaft gehen und auf verschiedenen kommunalen Friedhöfen in Nordbaden auf die dortigen Kriegsgräber hinweisen werde. Damit solle auch die Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge thematisiert werden. Diese Ausstellung auf dem Friedhof könne auch von Schulen als Lernort genutzt werden, so Schütze weiter.

Autor: pm