Schömberg
Schömberg -  10.01.2019
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Ein Hoch auf die Musik des Barock

„Man merkt schnell, wer für ein Barockinstrument ein Gespür hat“, sagt Judith Klein. Sie hat die Organisationsleitung des Landesjugendbarockorchesters seit November 2015 inne. 25 Musiker im Alter von 13 bis 19 Jahren haben dort die Möglichkeit, mit barocken Instrumenten durch Baden-Württemberg zu reisen und ihr Können bei den verschiedenen Konzerten unter Beweis zu stellen.

Großes Gespür für Instrumente aus einer längst vergangenen Epoche müssen die jungen Künstler des Landesjugendbarockorchesters Baden-Württemberg beweisen. In Schömberg haben sie das nun getan. Foto: Brandt
Großes Gespür für Instrumente aus einer längst vergangenen Epoche müssen die jungen Künstler des Landesjugendbarockorchesters Baden-Württemberg beweisen. In Schömberg haben sie das nun getan. Foto: Brandt

So auch am Sonntagnachmittag im Kurhaus von Schömberg. Johanna Boehm (18) ist seit mehr als zwei Jahren Mitglied des Orchesters und spielt neben der Barockoboe auch die Barockvioline. „Es ist eine unglaublich tolle Harmonie in dem Orchester“, findet Boehm. Sie habe sich mit der klassischen Blockflöte beworben und wurde zu einem Vorspiel eingeladen. Dabei lernte sie die Barockoboe kennen und lieben.

Bewerber aus dem ganzen Land

Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg bewerben sich für einen Platz in dem Orchester. Sobald sie die Aufnahmeprüfung absolviert haben, dürfen sie an den sogenannten Arbeitsphasen teilnehmen. In den einwöchigen Intensivproben werden die Musiker unter anderem von dem künstlerischen Leiter, Gerd-Uwe Klein, auf die Konzerte vorbereitet.

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Klein übernimmt in Schömberg die Leitung durch den musikalischen Nachmittag. Zu der nun zehnten Arbeitsphase habe er sich den englischen Barock ausgesucht und mit den Musikern Stücke aus dieser Zeit einstudiert. „Kurz bevor Großbritannien nicht mehr zu der EU gehört, erschien das ganz passend“, kommentiert er schmunzelnd das erste Stück. Bevor das Konzert jedoch beginnen könne, müsse man die Instrumente erneut stimmen, da sie auf Wärme und Feuchte stärker als neue Instrumente reagieren. Der Saal im Kurhaus lauscht diesem Prozess gespannt und applaudiert, als das erste Stück beginnt. Insbesondere das zweite Stück von Henry Purcell hebt Klein hervor. Die Besonderheit liege in der Bratsche, die das Orchester in einem fortlaufenden C-Ton begleitet. Um diesen Ton herum entsteht mit den anderen Musikern ein harmonisch und raumfüllendes Stück, welches großes Können beweist. Peter Gerster (13) spielt bei einem weiteren Stück das Naturhorn. Er ist einer der jüngsten Musiker des Orchesters und das erste Mal bei der Konzertreihe nach der Arbeitsphase dabei. Er sei begeistert, in Baden-Württemberg mit dem Orchester auftreten zu dürfen. „Ich wollte was spielen, was nicht so gewöhnlich ist“, begründet er seine Wahl des Instruments. „In Schömberg haben wir nun unser Höhepunktkonzert auf der Mitte unserer Reise“, so Klein am Ende des Nachmittags. Insgesamt habe das Orchester fünf Auftritte in ganz Baden-Württemberg. Am kommenden Wochenende finden damit die Abschlusskonzerte in Tübingen und Rottweil statt, bevor die neue Arbeitsphase Mitte des Jahres die Jugendlichen wieder versammelt und neue Stücke geprobt werden.

Autor: Jessica Brandt | Schömberg