Nach tödlichem Unfall bei Schömberg: Polizei vermutet zu hohe Geschwindigkeit
Schömberg. Knapp zwei Wochen nach dem tödlichen Unfall auf der Landstraße zwischen Igelsloch und Schömberg, auf Höhe der Einmündung „Am Hohlweg“ nach Oberlengenhardt, geht die Polizei davon aus, dass eine deutlich überhöhte Geschwindigkeit Unfallursache war.
Klärung hierzu soll ein Gutachten bringen. Bei dem Unfall am Samstag, 28. Februar, waren der 38-jährige Fahrer und seine 18-jährige Beifahrerin tödlich verunglückt, als ihr Audi gegen einen Baum prallte. Zwei weitere Autoinsassen – 19 und 24 Jahre alt – wurden schwer verletzt. Letztere sind laut Polizeipressesprecher Benjamin Koch inzwischen auf dem Weg der Besserung, allerdings weiterhin im Krankenhaus.
Was vor Ort auffällt: Die Landstraße ist rund um den Unfallort hügelig aber sehr gerade, nur bei Oberlengenhardt macht sie eine langgezogene Linkskurve. Und es wird schnell gefahren. Oberlengenhardts Ortsvorsteher Friedbert Stahl bezeichnete im Nachgang die Strecke als „insgesamt unfallträchtig“. Er hoffe darauf, dass die Strecke bei der nächsten Verkehrsschau berücksichtigt werde.
Auf Nachfrage sagt Mara Müssle, Pressesprecherin des Kreises Calw, dass davon ausgegangen werde, „dass die Unfallkommission den Streckenabschnitt begutachtet“. Die Strecke wurde letztmals 2018 und 2021 bei einer Verkehrsschau berücksichtigt. 2018 habe man rund 420 Meter von der Unfallstelle entfernt Richtungstafeln in einer langgezogenen Linkskurve aufgestellt. 2021 sei im Bereich der Querung zum Aussichtsturm ein beidseitiges Tempolimit auf 70 eingeführt worden. Kurzfristige Maßnahmen seien nicht angedacht, da in diesem Streckenabschnitt „keine erhöhte Unfallhäufigkeit bestehe und der Streckenverlauf nicht unübersichtlich sei“.
Insgesamt, so Müssle, gab es in der Vergangenheit keine baulichen Veränderungen an der Strecke, „die Streckencharakteristik besteht schon sehr viele Jahrzehnte unverändert“. Derweil sind bei der Spendenkampagne für die Familien der beiden Getöteten knapp 19.500 Euro eingegangen.
