Schömberg
Schömberg -  07.11.2021
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Künstler überzeugen mit kreativen Werken: Gewinner des Schömberger Fotoherbstes stehen fest

Schömberg. Schwer sei die Entscheidung gewesen, denn "Kunst wird immer ein Stück weit subjektiv bewertet" – Bürgermeister Matthias Leyn führte den vielen Besuchern der Finissage die Qual der Siegerwahl vor Augen. Denn mit der hatte sich die Jury des 16. Schömberger Fotoherbstes angesichts der Qualität und der gestiegenen Anzahl der eingesandten Fotoserien herumschlagen müssen.

Preise und Fotohasen sind vergeben: Darüber freuen sich Bürgermeister Matthias Leyn, Annegret Stein, Wolfgang Hartmann, Yvonne Kübler, Eric Colditz, Rainer Zillinger und Claudia Neubert (von links). G. Meyer
Preise und Fotohasen sind vergeben: Darüber freuen sich Bürgermeister Matthias Leyn, Annegret Stein, Wolfgang Hartmann, Yvonne Kübler, Eric Colditz, Rainer Zillinger und Claudia Neubert (von links). G. Meyer

Da war die Verleihung der Publikumspreise schon einfacher, es galt nur, die abgegebenen Stimmzettel zu zählen. Doch natürlich hatten sich die Mitglieder der Jury schließlich festgelegt, und so konnten am Sonntag im Kurhaus die Preise überreicht werden.

Während der Rathauschef den Höhepunkt des vierwöchigen Fotoherbstes, eines Festivals für serielle Reise- und Reportage-Fotografie, dazu nutzte, Sponsoren, Einzelhändlern und allen an Jury und Organisation Beteiligten zu danken, konnte Kuratorin Yvonne Kübler gleich zur ersten Preisverleihung übergehen.

Sieger erhalten Preisgeld

Unter den drei Einsendern in der Kategorie Jungfotografen U21 war der Sieg – und damit auch das Preisgeld von 700 Euro – dem 16-jährigen Valentin Reimer und seiner Fotoserie "One Night in Munich" zugesprochen worden.

Den Publikumspreis in der Kategorie Amateure, verbunden mit einem Preisgeld von 500 Euro, erhielt Annegret Stein für ihre Serie "Libellen". Beim Preis der Jury war die Entscheidung auf die Arbeiten "Recycling von Containerschiffen" von Dr. Eric Colditz gefallen – 1200 Euro durfte er mit nach Kitzingen nehmen.

Mit "Kleine Engel", einer farbenreichen Serie über Vögel, hatte Wolfgang Hartmann bei den Profis das Publikum begeistert – sein Preis war mit 1000 Euro dotiert.

Foto-Reportage aus Norwegen zieht Betrachter ins Geschehen

Und schließlich konnte der Jury-Preis für die Profis überreicht werden – immer so etwas wie ein Höhepunkt in der über 20-jährigen Geschichte des Fotoherbstes.

Claudia Neuberts Foto-Reportage aus Norwegen, "Rane", zog Jury und Betrachter nicht nur in ihren Bann, sondern auch mitten hinein ins Geschehen, in die Welt der Jugendlichen. 3000 Euro war diese Preisverleihung für die Fotografin aus Potsdam wert.

Und dann war da ja auch noch der von Malcolm Brook geschaffene "Fotohase", der verliehen wurde. Hölzern, aber beweglich, ist die originelle Trophäe so etwas wie ein Schömberger Oscar. Sie ging als Dankeschön für Mitarbeit und Engagement auch an Christa Kusterer und Olaf Späth.

Witz über Pforzheim sorgt für "Buh-Rufe"

Und weil, wie Yvonne Kübler erklärte, der Fotoherbst ohne die Unterstützung der Einzelhändler und Betriebe "wohl nicht das wäre, was er ist", hatte man sich in den Schaufenstern umgesehen, die als „Showroom“ für die Bilder zur Verfügung gesellt worden waren.

"Graffiti" hieß die Serie, der der Malerbetrieb und das Farbenfachgeschäft Rainer Zillinger Ausstellungsfläche geboten hatten. "Das schönste Schaufenster des Fotoherbstes" fand die Jury. Rainer Zillinger sah es praktisch: "Die Serie hat zu uns gepasst wie die Faust aufs Auge."

Auf den Auslöser drückten nicht nur die Fotografen. Das aus Tübingen angereiste vierköpfige Ensemble "Improfusion" löste Lachsalven aus und zeigte, wie spontan und witzig diese Theaterart mit ihrer improvisierten Umsetzung von Publikumsthemen sein kann.

"Finden Sie einen Ort, an dem man nicht so gerne ist", forderten die Theatermacher auf. "Pforzheim" wurde da in den Raum geworfen – laute Buh-Rufe folgten auf dem Fuße. Wohin die Leute aus der futuristisch menschenleeren Goldstadt nach Ansicht der "Impros" gezogen sind? Na klar: nach Schömberg.

Autor: Gabriele Meyer